Rückblick


2020


Museum Liaunig

Der reduzierte, vom Wiener Architektenteam "querkraft" wie selbstverständlich in die Südkärntner Landschaft über der Drau gesetzte Museumsbau bietet seit der Eröffnung 2008 den adäquaten architektonischen und museologischen Rahmen für die Kunstsammlungen des Industriellen Herbert Liaunig. In wechselnden Ausstellungen wird die umfangreiche Sammlung österreichischer Kunst ab 1945, ergänzt durch vorangehende Vertreter der klassischen Moderne sowie exemplarische Werke internationaler Künstler, der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt.

Als Kontrastprogramm zur zeitgenössischen Kunst verstehen sich die historischen Sammlungen: 2020 wird in den drei unterirdisch gelegenen Ausstellungsbereichen neben europäischen Silber-Exponaten von 1490 bis 1830 und der afrikanischen Schau „Das Gold der Akan“ der zweite Teil der Miniaturen-Sammlung präsentiert.

Bei schönem Wetter lädt der weitläufige Skulpturenpark zu einem Spaziergang ein. Die Aufstellung unter freiem Himmel zeigt eine generationenübergreifende Auswahl österreichischer und internationaler Künstler von der Moderne bis zur Gegenwart.





Hauptausstellung

o. T.

Die von Dieter Bogner kuratierte Hauptausstellung "o. T." zeigt Geometrien, Systeme und Konzepte aus sieben Jahrzehnten. Zu sehen ist eine Auswahl von malerischen, plastischen, kinetischen, digitalen bzw. akustischen Werken österreichischer Künstlerinnen und Künstler aus den Jahren 1950 bis 2020, die auf einem kompositorisch freien, gesetzmäßig strukturierten bzw. konzeptionell entwickelten Umgang mit elementaren Formen, klaren Farben und einfachen Gegenständen oder primären Materialien aufbauen.

Neben Werken aus der Sammlung Liaunig werden Leihgaben von Künstlerinnen und Künstlern, Museen und Privatsammlungen gezeigt, die einen umfassenden Einblick in die Vielzahl künstlerischer Konzepte im Bereich elementarer österreichischer Kunst gewähren, wie er bisher weder in der zeitlichen Dimension noch in derartiger medialer Vielfalt zu sehen war. Was die Sammlung Liaunig – und damit auch die Ausstellung "o. T." – auszeichnet, ist die Zahl großer Skulpturen und Objekte, die aus allen Perioden stammen. Die durch alle Jahrzehnte mögliche Kombination von zwei- und dreidimensionalen Kunstwerken ist für das Verständnis des Kunstgeschehens von den 1950er-Jahren bis in die Gegenwart von großer Bedeutung. Dazu trägt auch die punktuelle Integration von oftmals viel zu wenig Berücksichtigung findenden analogen, digitalen und akustischen Werken bei. Die Gliederung der Ausstellung in drei von einem zentralen Einführungsraum ausgehende Bereiche ergibt sich aus der architektonischen Struktur des Gebäudes. Unschärfen und Überschneidungen zwischen den drei Bereichen werden bewusst in Kauf genommen, ja, sie sind sogar Teil des Konzepts. Zweifellos gibt es viele andere Möglichkeiten, die ausgewählten Werke in den Ausstellungsräumen anzuordnen. 

Im die Ausstellung begleitenden Katalog werden die Kunstwerke konsequent nach ihrem Entstehungsjahr abgebildet. Dadurch ergibt sich ein zufälliges Neben- und Nacheinander unterschiedlicher Künstlergenerationen und künstlerischer Entwicklungsstränge, aber auch von Techniken und Medien. Die daraus resultierenden Kombinationen bieten manche Überraschung und fordern zu einer präzisen analytischen Betrachtung und Interpretation der einzelnen Werke heraus.

Dieter Bogner im Katalog: "Die Verwendung des Kürzels "o. T." als Titel für eine Ausstellung bedarf einer Begründung. Es handelt sich um eine gängige Bezeichnung für Kunstwerke moderner und zeitgenössischer Kunst, die dann Verwendung findet, wenn Künstlerinnen und Künstler einem Werk keinen Titel geben wollen. Die Aufmerksamkeit der Betrachterinnen und Betrachter soll sich unvermittelt auf das Werk richten. Diese Aufforderung zu einer Werkbetrachtung, die durch keinen Orientierungshinweis beeinflusst wird, ist einer der Gründe für die Verwendung des Titels "o. T.". Der zweite Anlass für diese Entscheidung liegt in der Schwierigkeit, aus der Vielzahl von Begriffen, die seit nahezu hundert Jahren für Phänomene elementaren Gestaltens in Gebrauch waren – und zum Teil noch heute sind –, eine begründbare Entscheidung für eine auf die Gesamtheit der in der Ausstellung gezeigten Werke gültige "Dachmarke" zu treffen."

Die groß angelegte Schau mit dem Titel "o. T.", der impulsgebend für eine gesamtheitliche Neubetrachtung von sieben Jahrzehnten elementarer und konzeptueller Kunst in Österreich sein soll, präsentiert 147 Arbeiten von 76 Künstlerinnen und Künstlern. Gezeigt werden Werke von Marc Adrian, Josef Bauer, Hans Bischoffshausen, Anna-Maria Bogner, Hellmut Bruch, Friedrich Cerha, Waltraut Cooper, Josef Dabernig, Inge Dick, Heinrich Dunst, Manfred Erjautz, Wolfgang Ernst, Gottfried Fabian, Hans Florey, Gerhard Frömel, Johann Fruhmann, Heinz Gappmayr, Jakob Gasteiger, Tibor Gáyor, Roland Goeschl, Dorothee Golz, GRAF+ZYX, Hans Grosch, Karl Hikade, Kurt Ingerl, H+H Joos, Gerhard Kaiser, Walter Kaitna, Thomas Kaminsky, Michael Kienzer, Edgar Knoop, Peter Kogler, Willi Kopf, Kurt Kren, Eric Kressnig, Richard Kriesche, Hans Kupelwieser, Maria Lassnig, Bernhard Leitner, František Lesák, Helmut Mark, Dóra Maurer, János Megyik, Josef Mikl, Melitta Moschik, Gerhardt Moswitzer, Walter Obholzer, Hermann J. Painitz, Florentina Pakosta, Fritz Panzer, Ferdinand Penker, Hubert Pfaffenbichler, Helga Philipp, Franz Pichler, Josef Pillhofer, Markus Prachensky, Karl Prantl, Oskar Putz, Arnulf Rainer, Gerwald Rockenschaub, Georg Salner, Peter Sandbichler, Eva Schlegel, Günther Selichar, Rudi Stanzel, Oswald Stimm, Esther Stocker, Erwin Thorn, Jorrit Tornquist, Markus Wilfling, Fritz Wotruba, Heimo Zobernig und Leo Zogmayer.

Hauptausstellung "o. T."
Kurator: Dieter Bogner
20. Mai bis 31. Oktober 2020 



Sonderausstellungen

Im dreieckigen Sonderausstellungsraum wird die Ausstellungs-Serie "Alte Freunde" mit wechselnden Personalen von Martha Jungwirth (Mai-August) und Alfred Klinkan (August-Oktober) fortgesetzt. 


Alte Freunde: Alfred Klinkan 

Alfred Klinkan, der 1950 in Judenburg geboren und 1994 in Wien verstorben ist, wäre heuer 70 Jahre alt geworden. Das Museum Liaunig widmet dem Ausnahmekünstler, der ein gigantisches OEuvre bestehend aus mehreren Tausend Gemälden, Zeichnungen, Aquarellen, Drucken und Objekten hinterließ, eine Ausstellung im Rahmen der Serie "Alte Freunde".

Die von Günther Holler-Schuster und Peter Liaunig zusammengestellte Retrospektive gibt Einblick in die farbenfrohe „Wunderwelt“ Alfred Klinkans und präsentiert wesentliche Stufen der Entwicklung seines umfangreichen Gesamtwerks. Gezeigt werden neben Leihgaben aus dem Nachlass vor allem Arbeiten aus den Sammlungen von Herbert Liaunig und seiner Familie, in denen sich aufgrund der langjährigen Freundschaft mit dem Künstler große Werkblöcke und Arbeiten aus allen
Schaffensphasen befinden. Früh entwickelt Alfred Klinkan, der von 1970 bis 1974 an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei Josef Mikl und Wolfgang Hollegha studierte und als Vorreiter der „Neuen Malerei“ in Österreich gilt, seinen eigenen figurativen Stil: Tiere, Menschen, aber auch Misch- und Fabelwesen bevölkern in friedlicher Koexistenz seine Werke. Die starke Farbigkeit als markantes Ausdrucksmittel zieht sich durch alle Werkphasen.

Günther Holler-Schuster im die Ausstellung begleitenden Katalog "Malereispiele – 70 Jahre Alfred Klinkan“: Klinkan, der mit der Familie Liaunig seit frühen Tagen freundschaftlich verbunden war, wird in dieser Ausstellung sowohl als Mensch als auch als Künstler fassbar. Facettenreich und höchst attraktiv zeigt sich dieses Werk auch heute noch verblüffend aktuell. Als früher Star der „Neuen Malerei“ und Teilnehmer der Biennale 1980 in Venedig, „Aperto“, war er doch viel mehr als das. Vielschichtiger, zwischentonreicher und niemals ideologisch forderte er ein bedingungsloses Einstehen für die Malerei. Es war nicht nur die Konvention, die wiederbelebt werden sollte, sondern man versuchte wiedergefundene und scheinbar unerledigte Aspekte dieses Mediums zu definieren. Der historische Abstand lässt uns heute differenzierter auf die Ereignisse und Entwicklungen der Vergangenheit blicken, lässt sie uns besser verstehen, ihnen mannigfaltigere Bedeutungen geben. Mit dem Werk des 1994 so plötzlich verstorbenen Malers Alfred Klinkan ist es nicht anders. Er, den man durchaus als „Missing Link“ zwischen den „Wirklichkeiten“ (Pongratz, Zeppel-Sperl, Kocherscheidt, Ringel, Jungwirth, Herzig) aus den 1960er-Jahren und der „Neuen Malerei“ der 1980er-Jahre begreifen kann, ist heute ein weitgehend unterschätzter Künstler."

Sonderausstellung "Alte Freunde: Alfred Klinkan"
16. August bis 31. Oktober 2020 


Alte Freunde: Martha  Jungwirth 

Das Museum Liaunig widmet Martha Jungwirth anlässlich ihres 80. Geburtstages eine Personale im Rahmen der Serie "Alte Freunde". Herbert Liaunig ist der 1940 in Wien geborenen Künstlerin seit langer Zeit als Freund und Sammler zugetan und so finden sich in seiner Sammlung Arbeiten aus allen Werkgruppen und Schaffensphasen, die – ergänzt durch Leihgaben der Künstlerin und aus Privatbesitz – einen repräsentativen Einblick in ihr umfangreiches Œuvre geben.

Die von Peter Liaunig zusammengestellte Ausstellung präsentiert Zeichnungen, Aquarelle und Ölgemälde aus über 5 Jahrzehnten: Beginnend mit frühen Selbstporträts (1965/66) sowie Arbeiten aus den Werkblöcken "Aus meiner schwarzen Küche" und "Indesit" aus der ersten Hälfte der 1970er-Jahren, in denen sich Martha Jungwirth mit Alltagsgegenständen und elektrischen Haushaltsgeräten beschäftigt, führt die Ausstellung zu ihren charakteristischen großformatigen Aquarellen, etwa der von Oskar Kokoschka inspirierten Serie "Die Windsbraut" aus den 1980er-Jahren oder dem Werkblock "Spittelauer Lände", der 1993 in einem Atelier mit Blick auf den namensgebenden Straßenzug am Wiener Donaukanal entstanden ist. Daneben werden jüngere Ölbilder gezeigt, wie der auf Richard Gerstl bezogene Zyklus "Beschäftigung mit den Schwestern Fey" aus dem Jahr 2017 oder eine Arbeit aus der Serie "Istanbul", in der sich Jungwirth mit den politischen Aufständen in der Türkei 2016 befasst hat.  Neben der Auseinandersetzung mit soziokulturellen und politischen Geschehnissen, aber auch mythologischen und kunsthistorischen Impulsen, dienen der Künstlerin ausgedehnte Reisen als wichtige Inspirationsquellen, wovon zahlreiche Landschaftsaquarelle in der Ausstellung zeugen. 

Hans-Peter Wipplinger führt in dem die Ausstellung begleitenden Katalog aus: "Martha Jungwirths charakteristische Kompositionen, die elegant auf dem schmalen Grat zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion bzw. zwischen Imagination und Realität balancieren und sich durch ihren gestischen Duktus wie durch ihr kraftvolles Kolorit auszeichnen, sind poetische wie dramatische Notationen von Erfahrungen, Empfindungen und Erinnerungen. Sie vermitteln ein tieferes Bewusstsein der Unermesslichkeit von Wirklichkeit. Ihre Malerei ist aber auch ein starkes Plädoyer für die Wahrnehmung der Stofflichkeit und Sinnlichkeit von Farbe sowie für das Ungewisse des malerischen Prozesses. Das Abenteuer der Malerei mit all ihren Transzendentalien wird bei Jungwirth zum Ereignis, welches oftmals ein sprachloses Erstaunen auslöst."

Sonderausstellung "Alte Freunde: Martha Jungwirth"
20. Mai bis 15. August 2020



Skulpturendepot

Robert Schad >CAROUSSEL< 

Mein Interesse gilt, Arbeiten für bestimmte Orte zu entwickeln. Meine Intention zielt dabei auf die Interaktion von Skulptur, Umraum und Betrachter. Robert Schad

Der Bildhauer Robert Schad (1953 in Ravensburg / Deutschland) hat für das Skulpturendepot des Museum Liaunig eine Ausstellung konzipiert. Die runde Architektur des Skulpturendepots – ein in Sichtbeton ausgeführter Raumzylinder mit 20 Meter Durchmesser, aufgesetztem Kegelstumpf und einem Oberlicht – und der kreisförmige Lichteinfall haben Robert Schad sofort begeistert und ihn zum Ausstellungstitel >CAROUSSEL< inspiriert. Zentrifugisch tanzt das Licht mit der und durch die Skulpturengruppe, verändert stündlich seine Form, bricht sich in den Verstrebungen der Stahlplastiken, wird verschluckt oder reflektiert und erzeugt ein Spiel der Schatten, das wiederum an tanzende, sich im Kreis drehende Figuren erinnert. Die so bewegten Linien führen den Betrachter, ähnlich wie (im Höhlengleichnis) bei Platon beschrieben, zum Erkennen, zur Entfesselung vom Alltag, zu einem Zustand absoluter Freiheit. Man verlässt die reale Welt um den Wert und die Kostbarkeit des Lebens dort zu suchen, wo sie nur ein Künstler (wie Robert Schad) verborgen haben kann.

„Die launische Linie“, die alles darf, lässt jede denkbare Bewegung zu, die man in sich spürt, da sie eine unglaubliche Freiheit der Form ermöglicht und mehr noch, sie ist eine Voraussetzung absoluter Freiheit. Robert Schad

Ausstellungsansichten: Olaf Bergmann

Ausstellung im Skulpturendepot: Robert Schad >CAROUSSEL<
25. Juni bis 31. Oktober 2020 


Portraitminiaturen von 1590-1890

Von 2015 bis 2017 wurde der erste Teil der Portraitminiaturen-Sammlung Liaunig – 100 zwischen 1590 und 1890 in Europa entstandene Miniaturen – in einer großzügig angelegten Vitrinenlandschaft gezeigt. Der Bogen der präsentierten Exponate spannte sich vom Elisabethanischen Zeitalter mit Hilliard über Cooper, Smart und Cosway bis hin zum frühen 19. Jahrhundert. Kontinentale Schulen umfassten Meisterwerke von Petitot, Liotard, Füger, Isabey und Daffinger, dem bekanntesten Miniaturmaler des Wiener Biedermeiers. 

2020 wird in dieser zweiten Ausstellung von den inzwischen weit über 300 Miniaturen der Sammlung Liaunig eine repräsentative Auswahl von über 120 zwischen dem Anfang des 17. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Stücken gezeigt, von denen die schönsten 100 Exponate 2020 im zweiten Teil des Sammlungskataloges von Dr. Bodo Hofstetter wissenschaftlich aufgearbeitet und publiziert wurden. Der erste Teil wurde 2015 veröffentlicht.  

Sammlungspräsentation "Portraitminiaturen II"
Kurator: Dr. Bodo Hofstetter




2019


Hauptausstellung

Der Zukunft herzlichst gewidmet 
Kunst aus Vergangenheit und Gegenwart
in der Sammlung Liaunig 

Die von Günther Oberhollenzer aus dem umfangreichen Sammlungsbestand zusammengestellte Hauptausstellung 2019 zeigt die Vielfalt künstlerischer Positionen aus Österreich von 1945 bis heute. Der Kurator stellt überraschende Zusammenhänge mit Vertretern der Klassischen Moderne sowie exemplarischen Werken internationaler Künstler her und setzt diese in spannungsvolle Dialoge zueinander. Die Ausstellung stellt in fünf Themenbereichen jeweils zwei Werke in den Mittelpunkt, um die zahlreiche weitere künstlerische Arbeiten gruppiert und in vielfältige Beziehung gesetzt werden. Die groß angelegte Schau präsentiert über 95 Künstlerinnen und Künstler.

Günther Oberhollenzer in dem die Ausstellung begleitenden Katalog: "Das Thema der „Konstruierten Künstlichkeit“ ist von Gerhard Kaisers vielschichtiger Glasinstallation und Rudolf Polanszkys großformatigen dunklen Spiegeln inspiriert, die „Farbgeschichten“ widmen sich den drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau, wie sie im malerischen und bildhauerischen Werk von Roland Goeschl vorherrschen, wobei besonders das Rot – etwa bei Bernard Aubertin – im Fokus steht, und die „Naturlandschaften“ haben ihren Ausgangspunkt in den bunt kitschigen Bildwelten von Hubert Schmalix und den atmosphärisch dichten, nahezu abstrakten Kompositionen von Helmut Swoboda, um sich in einem breiten Parcours an malerischen Positionen diesem so beliebten Thema anzunähern. In den „Körperstudien“ dreht sich alles um die Darstellung des (menschlichen) Körpers. Die unglaubliche Bandbreite an künstlerischen Möglichkeiten markiert hier auf der einen Seite der Wiener Aktionismus, u. a. mit Aktionsfotografien von Günter Brus, auf der anderen neue Malereien von Siegfried Anzinger. Die „fantastischen Welten“ kreisen schließlich um die eigenwillige wie träumerisch ausladende Keramikskulptur von Elmar Trenkwalder und die psychedelisch ornamentale wie kraftvolle Farbigkeit von Claus Mayrhofer Barabbas’ Malereien. Ein Werk von Barabbas mit dem poetischen Titel „Der Zukunft herzlichst gewidmet III“ gibt der diesjährigen Ausstellung ihren Namen. Eine hoffentlich inspirierende Zusammenstellung, die neugierig machen und die Vielfaltigkeit der Betrachtungsweisen sowohl der Kunstwerke an sich als auch der Sammlung Liaunig verdeutlichen soll."

Gezeigt werden Arbeiten von Kurt Absolon, Josef Albers, Pierre Alechinsky, Siegfried Anzinger, Bernard Aubertin, Ona B., Elvira Bach, Josef Bachler, Claus Mayrhofer Barabbas, Josef Bauer, Herbert Boeckl, Erwin Bohatsch, Hellmut Bruch, Brigitte Bruckner, Günter Brus, Gaston Chaissac, Tony Cragg, Alfred Czerny, Josef Dobrowsky, Heinrich Dunst, Otto Eder, Anton Faistauer, Johann Fischer, Herbert Flois, Adolf Frohner, Hans Fronius, Johann Garber, Jakob Gasteiger, Roland Goeschl, Dorothee Golz, Hans Grosch, Alfred Haberpointner, Ilse Haider, Wolfgang Herzig, Rudolf Hoflehner, Friedensreich Hundertwasser, Hildegard Joos, Gerhard Kaiser, Franz Kamlander, Franz Kernbeis, Michael Kienzer, Paul Klee, Kurt Kocherscheidt, Peter Kogler, Oskar Kokoschka, Anton Kolig, Johann Korec, Arthur Kostner, Hubert Kostner, Hans Kupelwieser, Maria Lassnig, Jürgen Messensee, Josef Mikl, Joan Miró, Walter Moroder, Alois Mosbacher, Melitta Moschik, Gerhardt Moswitzer, Hermann Nitsch, Markus Oehlen, Fritz Opitz, Hubert Pfaffenbichler, Helga Philipp, Walter Pichler, Klaus Pinter, Rudolf Polanszky, Peter Pongratz, Drago j. Prelog, M. E. Prigge, Arnulf Rainer, Thomas Reinhold, Heinrich Reisenbauer, Bernhard Resch, Alois Riedl, Franz Ringel, Antonio Saura, Robert Schaberl, Hans Schabus, Roman Scheidl, Meina Schellander, Eva Schlegel, Hubert Schmalix, Werner Scholz, Rudolf Schönwald, Friedrich Schröder-Sonnenstern, Günther Schützenhöfer, Rudolf Schwarzkogler, Christian Schwarzwald, Hubert Soltys, Helmut Swoboda, Johann Julian Taupe, Elmar Trenkwalder, Oswald Tschirtner, Wolfgang Walkensteiner, August Walla, Max Weiler, Markus Wilfling und Reimo Wukounig.

Hauptausstellung "Der Zukunft herzlichst gewidmet"
Kurator: Günther Oberhollenzer
28. April bis 31. Oktober 2019 



Sonderausstellungen

Die 2016 im dreieckigen Sonderausstellungsraum begonnene Serie "Alte Freunde" ist Künstlern gewidmet, denen Herbert Liaunig seit den Anfängen seiner Sammlungstätigkeit als Freund und Sammler zugetan ist. Diese Freundschaften, die ab den 1960er-Jahren entstanden, markieren die Anfänge und bilden die Basis der Sammlung Liaunig: Österreichische Kunst der Gegenwart. Die wechselnden Personalen von Wolfgang Hollegha und Kurt Kocherscheidt bilden den Rahmen für die vier Matineen der Kammermusik-Reihe sonusiade.

Im Grafiktrakt steht – anlässlich seines 80. Geburtstages – der bildende Künstler, Fotograf, Kunstkritiker, Kurator und langjährige Museumsdirektor Peter Baum im Mittelpunkt, der als museologischer Berater und Kurator eng mit dem Museum Liaunig verbunden ist. 


Alte Freunde: Wolfgang Hollegha
Zum 90. Geburtstag

Anlässlich seines 90. Geburtstages würdigt das Museum Liaunig den 1929 in Klagenfurt geborenen Wolfgang Hollegha, der zusammen mit Josef Mikl zu den Pionieren der abstrakten Malerei in Österreich zählt. Die von Günther Holler-Schuster kuratierte Schau zeigt neben Werken aus der Sammlung Liaunig, die aus unterschiedlichen Schaffensphasen stammen, aktuelle Arbeiten des Künstlers, der am Rechberg in der Steiermark lebt und arbeitet.

Günther Holler-Schuster im zur Ausstellung publizierten Katalog: "Wolfgang Holleghas Stellenwert innerhalb der österreichischen Kunstgeschichte ist nicht hoch genug einzuschätzen. Wenig hat er mit der klassischen Naturabstraktion, wie sie von Herbert Boeckl in Österreich ausgegangen ist, zu tun. Vielmehr ist er sehr früh – ähnlich wie Josef Mikl, später auch Markus Prachensky – einer informellen bzw. abstrakt-expressionistischen Tradition amerikanischer Prägung zuzurechnen. Durch Clement Greenberg, für den Hollegha – heute muss man sagen fälschlicherweise – am Ende des Bildes, am Ende der Malerei stand, gelangte dieses Werk in die Rezeption der amerikanischen Malerei der unmittelbaren Nachkriegszeit. Hollegha stellte dort vor allem mit den Malern der zweiten Generation des Abstrakten Expressionismus – später unter dem Begriff „Colorfield Painting“ vereint – oftmals aus. Er befand sich damit, wie Robert Fleck es bezeichnet, im Spitzenfeld der aktuellen Malerei. Stationen wie das ICA London, das Guggenheim Museum New York, die Teilnahme an der documenta III und an der Biennale von Sao Paulo belegen einige Stufen dieser steilen und frühen Karriere. „Er [Wolfgang Hollegha] blieb der einzige österreichische Maler seiner Generation, der in Fortsetzung von Morris Louis mit Schüttungen auf eine am Boden liegende Leinwand arbeitete und dabei ein koloristisches Werk ersten Ranges schuf. Hollegha blieb seiner Methode treu und entwickelt sie bis zum heutigen Tag weiter, variiert und verfeinert sie ständig. Seine Schaffenskraft scheint, genauso wie seine geistige Wendigkeit, ungebrochen zu sein. Auch die aktuellen Werke, die in dieser Ausstellung gezeigt werden, belegen das in eindrucksvoller Weise."

Sonderausstellung "Alte Freunde: Wolfgang Hollegha" 
27. April bis 28. Juli 2019



Alte Freunde: Kurt Kocherscheidt

Die retrospektiv angelegte Personale im dreieckigen Sonderausstellungsraum des Museum Liaunig ist in Zusammenarbeit mit Ursula Davila-Villa und Ivo Kocherscheidt entstanden. Neben Werken aus der Sammlung Liaunig, in der sich Arbeiten aus allen zentralen Schaffensphasen des Künstlers finden, werden Leihgaben aus dem Nachlass, dem Freiburger Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft sowie von privaten Leihgebern gezeigt, die einen repräsentativen Einblick in die künstlerische Entwicklung Kurt Kocherscheidts geben:

Beginnend mit seinen Anfängen in den 1960er-Jahren und der Mitgliedschaft in der Künstlergruppierung „Wirklichkeiten“ (gemeinsam mit Wolfgang Herzig, Martha Jungwirth, Peter Pongratz, Franz Ringel und Robert Zeppel-Sperl), die 1968 in einer von Otto Breicha konzipierten Schau in der Wiener Secession vorgestellt wurde, führt die Ausstellung zu Arbeiten aus dem Frühwerk der 1970er-Jahre, das durch einen Aufenthalt in London (1969–1971) geprägt wurde. Eine ausgedehnte Reise durch Südamerika im Jahr 1972, als zentrale Erfahrung im Leben des Künstlers, verändert Kocherscheidts Bildsprache und seinen Zugang zur Malerei entscheidend. Den Schwerpunkt der Sonderausstellung bilden Arbeiten aus den späteren Werkphasen, vor allem Ölgemälde und ein skulpturales Objekt, die ab 1980 bis zu seinem frühen Tod im November 1992 entstanden sind.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit einleitenden Worten von Ursula Davila-Villa und Ivo Kocherscheidt sowie einem Text von Ian McKeever zum Spätwerk Kurt Kocherscheidts.

Sonderausstellung "Alte Freunde: Kurt Kocherscheidt"
4. August bis 31. Oktober 2019


PETER BAUM 
Archiv ∙ Bibliothek ∙ Sammlung

Die biografische Revue gibt Einblicke in die vielseitigen Interessensgebiete, Tätigkeiten und Vorlieben des Kulturjournalisten, die ihn von Jugend an faszinierten, beschäftigten und schließlich ein langes Berufsleben hindurch bis heute begleiten. Die Stichworte Archiv, Bibliothek und Sammlung fassen die Schwerpunkte der Ausstellung zusammen, auch wenn aus Platzgründen nur Stichproben aus den einzelnen Sammlungsgebieten gezeigt werden können. So umfasst seine andauernde Sammlungstätigkeit neben Briefmarken, Autogrammen und historischen Fotografien u. a. umfangreiche Bestände an Literatur zu moderner Kunst und Kunstgeschichte. In seinem Archiv finden sich Autografen, Korrespondenzen, Glückwunschkarten und Kleingrafiken, aber auch Ausstellungsplakate, die das Kunstgeschehen in Wien und Paris in den 1960er-Jahren abbilden, sowie seine zwischen 1962 und 1973 verfassten Kunstkritiken, Feuilletons und Berichte. Seine Tätigkeit als Galerieleiter, Museumsdirektor und Ausstellungs-kurator dokumentieren mehrere Künstlermonografien und rund 500 Ausstellungs- 
und Sammlungskataloge.

Peter Baum, der sich bereits früh für Fotografie interessierte, notiert im anlässlich der Ausstellung erscheinenden Katalog über sein Foto-Archiv: "Mit dem Photographieren begann ich als Kind, als Jugendlicher hatte ich bereits eine Dunkelkammerausrüstung, und mit Beginn meiner 1962 einsetzenden beruflichen Tätigkeit als junger Kunst-kritiker und Kulturjournalist konnte ich auch alsbald eigene Photos bei Zeitungen und in Fachjournalen unterbringen. An Negativen und Dias sind bis heute mehr als 50.000 zusammengekommen, ausgearbeitete und archivierte Aufnahmen liegen vermutlich bei einem Zehntel dieser Zahl."

In der Ausstellung sind neben Werken aus der Kunstsammlung von Peter Baum im engeren Sinne, Malerei, Grafik, kleinere Plastiken sowie Objekte, eine Auswahl seiner Künstler- und Jazzmusiker-Fotos aus den 1960er- bis 1990er-Jahren, und auch Malereien und grafische Arbeiten von ihm zu sehen, die zwischen 1958 und 1972 –
vor seiner Zeit als Leiter der Neuen Galerie Linz – entstanden sind. 

Sonderausstellung "Peter Baum – Archiv, Bibliothek, Sammlung"
8. April bis 31. Oktober 2019 



Foto: Walter Schramm

Skulpturendepot & Skulpturenpark

Skulpturale und plastische Arbeiten ab 1945 bilden einen weiteren Schwerpunkt in der Sammlung Liaunig.

2010 wurde ein rundes, nur von außen zugängliches Skulpturendepot errichtet, das durch einen aufgesetzten Kegelstumpf mit einem Durchmesser von 20 Metern und einer Raumhöhe von bis zu acht Metern die Lagerung von großen Skulpturen und Objekten ermöglicht. 2014 wurde das architektonisch spektakuläre Depot im Rahmen der Erweiterungsbauarbeiten an das Museum angebunden. 

2019 sind dort Arbeiten von Gerhardt Moswitzer, Fritz Wotruba, Peter Dörflinger, Tony Cragg und Franz Xaver Ölzant zu sehen. 

2016 wurde mit dem weitläufigen Skulpturenpark ein Bereich geschaffen, der es ermöglicht, auch größere skulpturale und plastische Werke permanent zu präsentieren. Bei schönem Wetter lädt der Park zu einem Spaziergang und zur Auseinandersetzung mit den Werken ein, die in Beziehung zu der sie umgebenden Natur gesetzt wurden. Die Aufstellung unter freiem Himmel zeigt eine generationenübergreifende Auswahl österreichischer und internationaler Künstler von der Moderne bis zur Gegenwart.





2018


10 Jahre Museum Liaunig

Das Museum Liaunig verfügt über eine der umfangreichsten Sammlungen österreichischer Kunst ab 1945, ergänzt durch Vertreter der klassischen Moderne 
sowie exemplarische Werke internationaler Künstler. Als Kontrastprogramm zur zeitgenössischen Kunst verstehen sich die historischen Sammlungen seltener Briefmarken der österreichischen Monarchie von 1852-1867 und kostbares europäisches Silber von 1490-1830 sowie die Sammlungspräsentation afrikanischer Glasperlenobjekte, die in dem vom Wiener Architektenteam "querkraft" entworfenen
und bereits denkmalgeschützten Museumsbau den adäquaten architektonischen
und museologischen Rahmen finden.

Mit einem vielfältigen Ausstellungs- und Konzertprogramm ist es gelungen, das private Museum Liaunig über die Jahre als lebendigen Ort der Begegnung und des kulturellen Dialoges zu positionieren. Die spektakulär inszenierte Museumsarchitektur als
optimaler Aufbewahrungs- und Präsentationsort für die Sammlungen der Familie Liaunig zieht – weit ab aller urbanen Zentren gelegen – jedes Jahr von Anfang Mai bis Ende Oktober Besucher aus aller Welt an.




Hauptausstellung

Umrahmung schräg gekippt
Die Sammlung Liaunig in Bewegung

Die von Günther Oberhollenzer aus dem umfangreichen Bestand der Sammlung Liaunig kuratierte Hauptausstellung zeigt die Vielfalt malerischer, grafischer und skulpturaler Positionen aus Österreich von 1945 bis heute, ergänzt durch exemplarische Werke internationaler Künstler. Themenfelder und Werkauswahl des Kurators verstehen sich mehr als eine frei assoziative, denn eine streng kunsthistorische Zusammenstellung. Ziel ist es, spannende wie überraschende Dialoge zwischen einzelnen Kunstwerken zu ermöglichen, auch über Generationen oder hermetische Zuschreibungen hinweg. 

Günther Oberhollenzer in dem anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Museums im Hirmer Verlag publizierten Katalog zur Ausstellung: "Von Kunstwerken, die strengen geometrischen Grundprinzipen folgen, führt uns der Weg über die Entdeckung von Text und Schrift als eigenständigem Bildmedium und das Experimentieren mit Farbgrund und Malmaterial bis hin zur absoluten Reduktion von Farbe und Form. Wir betrachten die Malerei als selbstreflexive, abstrakte Geste, aber auch als abstrahierendes Medium, das den Gegenstand stets mitklingen lässt, behandeln die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Ich, der Realität und ihrer Wahrnehmung und schließen mit einem facettenreichen Zwiegespräch von zeichnerischem und skulpturalem Ausdruck. Die Malerei bildet das Hauptmedium der Darstellung, häufig werden aber Skulpturen und immer wieder auch Zeichnungen eingestreut, wobei aufgrund der Erweiterung des Malerei- wie Skulpturenbegriffs hier die Grenzen bisweilen verschwimmen."

Die groß angelegte Ausstellung präsentiert Arbeiten von Marc Adrian (1930–2008), Bernard Aubertin (1934–2015), Joannis Avramidis (1922–2016), Joachim Bandau (1936), Josef Bauer (1934), Hans Bischoffshausen (1927–1987), Alighiero e Boetti (1940–1994), Hellmut Bruch (1936), Tony Cragg (1949), Gunter Damisch (1958–2016), Inge Dick (1941), Oliver Dorfer (1963), Heinrich Dunst (1955), Manfred Erjautz (1966), Johann Feilacher (1954), Karl Anton Fleck (1928–1983), Gerhard Frömel (1941), Heinz Gappmayr (1925-2010), Jakob Gasteiger (1953), Bruno Gironcoli (1936–2010), Roland Goeschl (1932–2016), Dorothee Golz (1960), Franz Grabmayr (1927–2015), Franz Graf (1954), Evelyn Gyrcizka (1953), Alfred Haberpointner (1966), Hans Hartung (1904–1989), Julie Hayward (1968), Rudolf Hoflehner (1916–1995), Giselbert Hoke (1927–2015), Wolfgang Hollegha (1929), H+H Joos: Hildegard Joos (1909–2005) und Harold Joos (1913–2004), Martha Jungwirth (1940), Franco Kappl (1962), Herwig Kempinger (1957), Gudrun Kleinberger (1967), Michael Kienzer (1962), Imi Knoebel (1940), Kiki Kogelnik (1935–1997), Peter Kogler (1959), Kurt Kocherscheidt (1943-1992), Franz Stefan Kohl (1959), Peter Krawagna (1937), Suse Krawagna (1964), Eric Kressnig (1973), Richard Kriesche (1940), Maria Lassnig (1919–2014), Christoph Luger (1957), Gottfried Mairwöger (1951–2003), Dóra Maurer (1937), János Megyik (1938), Jürgen Messensee (1936), Josef Mikl (1929–2008), Hannes Mlenek (1949), Kurt Moldovan (1918–1977), Walter Moroder (1963), Gerhardt Moswitzer (1940–2013), Robert Motherwell (1915–1991), Matt Mullican (1951), Hermann Nitsch (1938), Ingo Nussbaumer (1956), Franz Xaver Ölzant (1934), Fritz Panzer (1945), Max Peintner (1937), Helga Philipp (1939–2002), Walter Pichler (1936–2012), Josef Pillhofer (1921–2010), Raimund Pleschberger (1974), Rudolf Polanszky (1951), Markus Prachensky (1932–2011), Karl Prantl (1923–2010), Maria Elisabeth Prigge (1949–2007), Arnulf Rainer (1929), Werner Reiterer (1964), Alois Riedl (1935), Franz Rosei (1947), Georg Salner (1958), Fabian Seiz (1975), Roman Scheidl (1949), Meina Schellander (1946), Alfons Schilling (1934–2013), Eva Schlegel (1960), Walter Schmögner (1943), Martin Schnur (1964), Klaus J. Schoen (1931–2018), ManfreDu SCHU (1955), Christian Schwarzwald (1971), Pierre Soulages (1919), Rudi Stanzel (1958), Hans Staudacher (1923), Esther Stocker (1974), Erwin Thorn (1930–2012), Andreas Urteil (1933–1963), Wolfgang Walkensteiner (1949), Franz Erhard Walther (1939), Markus Wilfling (1966), Max Weiler (1910–2001), Fritz Wotruba (1907–1975), Franz Zadrazil (1942–2005) und Heimo Zobernig (1958). 

Hauptausstellung "Umrahmung schräg gekippt" 
Kurator: Günther Oberhollenzer
29. April bis 28. Oktober 2018


Sonderausstellungen

Im dreieckigen Sonderausstellungsraum wurde die Ausstellungsserie "Alte Freunde"
mit Personalen von Peter Pongratz (April–Juni) und Reimo Wukounig (September-Oktober) fortgesetzt sowie die Salzburger Künstlerin Maria Elisabeth Prigge (Juli–August) in einer Retrospektive vorgestellt.

Die wechselnden Ausstellungen bilden den Rahmen für die vier Konzerte der 2017 gegründeten Kammermusik-Reihe sonusiade.


Alte Freunde: Reimo Wukounig
Der Zweifel als Form – Signatur RW

Die von Peter Liaunig kuratierte Ausstellung legt den Fokus auf einzelne zentrale Werkphasen des 1943 in Klagenfurt geborenen und in Sankt Kanzian am Klopeiner See aufgewachsenen Künstlers Reimo Wukounig, der nach dem Tod des Vaters und der psychischen Erkrankung der Mutter in der Erziehungsanstalt Harbach-Limmersach bei Klagenfurt und im Landesjugendheim "Rosental" in Görtschach bei Ferlach lebte.

Reimo Wukounig, der von 1962 bis 1967 bei Sergius Pauser an der Akademie der bildenden Künste studierte, umschreibt seine Tätigkeitsfelder wie folgt: "Zeichnerisch bildhaftes Gestalten, konstruktive Rauminszenierung und Sprachgebilde"

Während seiner Studienzeit in Wien lernte der Künstler Herbert Liaunig kennen, der ihm seit dem als Freund und Sammler zugetan ist. Wukounig war einer der ersten Künstler, von dem Liaunig in den 1960er-Jahren – noch vor seiner erst um einiges später einsetzenden Sammeltätigkeit – zwei Arbeiten erwarb.

Neben den zwei frühen Aquarell-Arbeiten aus der Sammlung Liaunig sind Zeichnungen aus dem 1976 auf der Biennale in Venedig gezeigten Zyklus "Einatmen – Ausatmen", in dem sich Wukounig mit seiner Jugend als Anstaltszögling auseinandersetzte, ebenso zu sehen, wie Ende der 1970er-Jahre entstandene Schnittmuster-Zeichnungen und Arbeiten aus dem "Vera Ikon"-Zyklus (um 1990) sowie der Röntgenglocken-Serie "Die schwankenden Musen" (ab 2000/2001). Seine Rauminstallationen und Assemblagen setzt Wukounig aus gesammelten und gefundenen Gegenständen und Objekten zusammen. Gezeigt werden u. a. alte Bügelbretter und Bodenbürsten, in Referenz zu seinen Ausstellungen in der Wiener Secession "Zeit der Trauer" 1983 und "denn ich ist ein anderer" 1990, sowie Werke aus der Serie "Die Hoden des Kolumbus – Das gekreuzigte Krokodil und der Künstler (Mensch) in der Revolte läuft Amok", an der Wukounig von 2003 bis 2014 gearbeitet hat.

Ein reich illustrierter Katalog mit Textbeiträgen von Peter Baum, Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Heimo Strempfl, Dieter Resei und Reimo Wukounig begleitet die Ausstellung.

Sonderausstellung "Alte Freunde: Reimo Wukounig"
2. September bis 27. Oktober 2018


M. E. Prigge 
Die Schenkung Schönemann und andere Bilder

Im dreieckigen Sonderausstellungsraum des Museum Liaunig wird die Salzburger Künstlerin Maria Elisabeth Prigge (1949–2007) und ihr vielseitiges Werk vorgestellt. Der Schwerpunkt der von Thomas Schönemann und Peter Liaunig kuratierten Retrospektive liegt auf Zeichnungen und Gemälden.

2017, zehn Jahre nach dem Tod der früh verstorbenen Malerin und Grafikerin, erhielt das Museum Liaunig neben dem Salzburg Museum und dem MUSA in Wien eine umfangreiche Schenkung aus dem Nachlass, die zusammen mit Werken der Künstlerin aus dem Museumsbestand in dieser Ausstellung gezeigt wird.

Herbert Liaunig: "Das Museum Liaunig freut sich sehr, zum Kreis der Museen zu gehören, die aus dem Nachlass von M. E. Prigge bedacht wurden. Die großzügige Schenkung von Herrn Schönemann gibt uns die Möglichkeit das Oeuvre von M. E. Prigge umfangreich zu präsentieren. Gleichzeitig verstehen wir die Schenkung als Auftrag, die Arbeiten für die Nachwelt zu erhalten. In diesem Sinne möchten wir uns bei Herrn Schönemann herzlich bedanken."

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Vorwort von Thomas Schönemann und einem Text von Barbara Wally.

Sonderausstellung "M. E. PRIGGE – Die Schenkung Schönemann und andere Bilder"
8. Juli bis 26. August 2018


Alte Freunde: Peter Pongratz

In der von Peter Liaunig zusammengestellten Retrospektive werden Arbeiten aus allen zentralen Werkphasen des 1940 in Eisenstadt geborenen Künstlers gezeigt, der seit seinen künstlerischen Anfängen in den 1960er-Jahren mit großer Leichtigkeit gegenständlich Figürliches und abstrakt Gestisches mischt.

Günther Oberhollenzer im zur Ausstellung publizierten Katalog: "Begegnet man Peter Pongratz und seinem Werk, ist sofort eine unmittelbare und unbändige Leidenschaft für die Zeichnung und Malerei spürbar, aber auch die erfrischende und ansteckende Begeisterungsfähigkeit eines unangepassten, kritischen (Kinds-)Kopfes. Pongratz nähert sich mit jugendlicher Neugierde seinen künstlerischen Medien, er traut sich gegen den Strom zu schwimmen und scheut sich auch nicht, immer wieder unverblümt seine Meinung über die Kunstszene und Gesellschaft kundzutun. Riskiert hat der Künstler viel in seinem Leben. Er verweigert sich vorherrschenden künstlerischen Trends, misstraut in einem hohen Maße dem Akademismus, kunsthistorischen Doktrinen und einer sich wichtig nehmenden Kunsttheorie. „Vom Zeitgeist werden Stile und Moden diktiert, und das verstellt manchmal den Blick auf das Wesentliche“, so Pongratz. Doch was ist für ihn das Wesentliche? Der Künstler hat sich einen kindlichen Blick auf die Welt bewahrt und sucht nach einem subjektiven, individuellen und gefühlsbetonten Ausdruck. Er möchte eine starke, intensive Kunst schaffen und mit unbändiger Lust an Farbe und Form seinen Emotionen Ausdruck verleihen. „Mein Leben ist auf Bildern aufgebaut – das ist meine Form zu kommunizieren."

Sonderausstellung "Alte Freunde: Peter Pongratz"
29. April bis 30. Juni 2018


Skulpturendepot

Cornelius Kolig
Das Pantheon im Skulpturendepot Liaunig
Versuch einer Transplantation

Mit Cornelius Kolig (1942), der die Ausstellung im Skulpturendepot konzipiert hat, steht ein weiterer österreichischer Zeitgenosse im Mittelpunkt.

Ein stiller und magischer Ort ist das irdische PARADIES des Malers, Bildhauers, Objekt- und Videokünstlers Cornelius Kolig in Vorderberg im Gailtal. In seinem Geburtsort im südlichen Kärnten verwandelt er seit 1979 eine ehemalige Wiese in ein Gesamtkunstwerk, einen Gebäudekomplex auf einem rund 6.000 m² großen Areal.

Das Skulpturendepot im Museum Liaunig, ein zeitgenössisches Pantheon, wo Kolig seine Objekte präsentiert, entspricht in seiner Geometrie einigen Entwürfen, die er seit Mitte der 1980er-Jahre in seinem PARADIES realisieren wollte. Es ergibt sich nun für Kolig durch die Ausstellung die Möglichkeit, seine räumliche Vision zu überprüfen und sein Konzept an diesem „fremden Ort“ mit der Präsentation von einigen Objekten und Skulpturen aus der Sammlung Liaunig und aus dem PARADIES erstmals sichtbar zu machen. 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Arno Ritter und Cornelius Kolig. 

Skulpturendepot "Cornelius Kolig – Versuch einer Transplantation"
29. April bis 28. Oktober 2018


2017


Hauptausstellung

Kontinuität und Brüche
Wege der Neuen Malerei der 80er-Jahre

Die Hauptausstellung 2017 im Museum Liaunig ist den Künstlern der "Neuen Malerei" der 1980er-Jahre gewidmet und zeigt Kontinuitäten, aber auch Brüche in der Entwicklung dieser für die jüngere österreichische Kunstgeschichte einflussreichen Künstlergeneration auf.

Die von Günther Holler-Schuster kuratierte Ausstellung ist wieder aus den ständig wachsenden Sammlungsbeständen des Museum Liaunig zusammengestellt, ergänzt durch Leihgaben der Künstler und der Neuen Galerie Graz am Universalmuseum Joanneum. Die Malerei der "Neuen Wilden" ist ein wesentlicher Aspekt der österreichischen Gegenwartskunst, weshalb sich zahlreiche charakteristische Beispiele in der Sammlung Liaunig finden, sie lässt sich jedoch nicht letztgültig beschreiben beziehungsweise eingrenzen.

Diese als neu empfundene, meist figurativ-expressive Malerei, die sich Anfang der 1980er-Jahre international ausprägte, wurde vom Deutschen Kunsthistoriker Wolfgang Becker in eher abwertender Absicht unter dem Begriff "Neue Wilde" zusammengefasst. In Italien ("Transavanguardia", später "Arte Chiffra"), in Deutschland ("Junge Wilde" oder "Heftige Malerei") und in Österreich ("Neue Malerei") entstand fast zeitgleich dieses "neue" Bewusstsein innerhalb der Malerei als Reaktion junger Künstler auf die vorherige Generation (Minimalismus, Concept art). Ausgehend von der Vielfalt der einzelnen Positionen mit sowohl figurativen als auch abstrakten Tendenzen, den unterschiedlichen Zugängen und Entwicklungsverläufen führte das zu höchst eigenständigen künstlerischen Karrieren der in den 1980ern der "Neuen Malerei" zugeschriebenen Künstler.

So finden in dieser Ausstellung auch unabhängige Außenseiter und Künstler, die im Kontext der "Neuen Malerei" erwähnt oder ausgestellt wurden, ihren Platz. Die weitgefasste Auswahl der vielfältigen künstlerischen Positionen, deren individuelle und autonome Entfaltung in einem immer breiter werdendem Spektrum bildnerischer Möglichkeiten bildet Günther Holler-Schuster mit Arbeiten von Siegfried Anzinger, Erwin Bohatsch, Herbert Brandl, Gunter Damisch, Josef Danner, Jakob Gasteiger, Franz Graf, Josef Kern, Michael Kienzer, Alfred Klinkan, Peter Kogler, Brigitte Kowanz, Hans Kupelwieser, Alois Mosbacher, Fritz Panzer, Ferdinand Penker, Hannes Priesch, Gerwald Rockenschaub, Hubert Scheibl, Roman Scheidl, Hubert Schmalix, Thomas Stimm, Walter Vopava, Manfred Wakolbinger, Turi Werkner, Franz West, Erwin Wurm, Franz Yang-Močnik und Otto Zitko ab.

Im Grafiktrakt des Museum Liaunig wird das malerische Frühwerk, beginnend in den 1970er-Jahren, gezeigt, das fließend zu den Werken der Hochphase der "Neuen Malerei" in den  1980er-Jahre auf der Nordseite übergeht. Auf der Südseite des langgezogenen Hauptausstellungstraktes finden Arbeiten aus der Zeit nach der "Neuen Malerei" bis in die Gegenwart ihren Platz. Es ist der Versuch, das breite Panorama der österreichischen Kunst in diesem Zeitraum abzubilden und größere Zusammenhänge darzustellen. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog mit Texten von Günther Holler-Schuster

Hauptausstellung "Kontinuität und Brüche" 
Kurator: Günther Holler-Schuster
30. April bis 29. Oktober 2017 



Sonderausstellungen

Im dreieckigen Sonderausstellungsraum wird die im letzten Jahr begonnene Ausstellungsserie "Alte Freunde" fortgesetzt, in der mit Herbert Liaunig seit den Anfängen seiner Sammlungstätigkeit freundschaftlich verbundene Künstler vorgestellt werden. Es werden nacheinander Retrospektiven zu Hermann J. Painitz (Mai–Juli) und Karl Hikade (August–Oktober) gezeigt, die auch den Rahmen für die neu geschaffene Kammermusik-Reihe sonusiade bilden.


Alte Freunde: Karl Hikade

In der von Peter Liaunig kuratierten Ausstellung werden Arbeiten aus allen zentralen Werkphasen des 1942 in Wien geborenen Künstlers gezeigt, dessen Malerei sich schwer in eine österreichische Tradition eingliedern lässt: Beginnend bei seinen frühen Naturabstraktionen um 1970 – Meerlandschaften, die Hikade "Seascapes" nannte – bis hin zu den installativen Projekten in den 1990er-Jahren und großformatigen Gemälden ab 2000.

Günther Holler-Schuster im zur Ausstellung publizierten Katalog: "Karl Hikade hat sich früh und intensiv mit den Konzepten der Minimal Art auseinandergesetzt und betrachtet sie bis heute im Wesentlichen als Maxime seiner künstlerischen Praxis. Die Malerei bleibt dabei nicht im Zweidimensionalen festgelegt. Vielmehr ergibt sich eine Diskussion um den Objektstatus des Bildes und um dessen Bezüglichkeit zum Raum. So kommt es auch seit Beginn der 1990er-Jahre zu groß angelegten Installationen in aufgelassenen Zweckbauten – „An Act for a Project“, 1991, „In the Ring“, 1997, „Krauseco Nave“, 2001. Der Künstler setzte dort Elemente, die aus seinen Gemälden stammen könnten, drei-dimensional um und kombinierte diese zusätzlich mit einigen seiner Bilder. In diesen installativen Projekten wird die Bewegung des Betrachters inkludiert. Man bewegt sich gleichsam in einer dreidimensionalen Malerei – einem Bildraum. Hat man Karl Hikade in den 1980er-Jahren noch ausschließlich zu den eminenten Malereipositionen gezählt, sein Werk damit auf die Zwei-dimensionalität beschränkt, muss man heute aus der historischen Distanz erkennen, dass sich diese Kunst nicht auf ein Medium festlegen lässt bzw. die Malerei weiter gefasst werden muss, um sich dem so klar und einfach anmutenden Werk Karl Hikades zu nähern."

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Günther Holler-Schuster, Wilfried Skreiner und Richard Tuttle. 

Sondusstellung "Alte Freunde: Karl Hikade"
6. August bis 29. Oktober 2017


Alte Freunde: Hermann J. Painitz 

Nach Drago j. Prelog, Hans Staudacher und Josef Mikl widmete sich das Museum Liaunig im Rahmen der Reihe "Alte Freunde" mit Hermann J. Painitz (1938) einem weiteren Künstler, dem Herbert Liaunig seit mittlerweile 50 Jahren als Freund und Sammler zugetan ist. Der konzeptuelle, methodisch-analytische Ansatz in Painitz‘ Werk weist ihm innerhalb der österreichischen Avantgarde nach 1945, die von expressiven und informellen Tendenzen dominiert war, eine singuläre Position zu. Die von Alexandra Schantl kuratierte Ausstellung zeigt anhand ausgewählter Bilder, Werkgruppen und Plastiken aus allen Schaffensphasen die charakteristischen Merkmale seines Œuvre auf: die Vermeidung jeder malerischen Gestik, die Beschränkung auf wenige, elementare Formen, die Anwendung serieller Prinzipien und das Zugrundelegen eines Programms, das jeweils einer inneren Logik folgt. 

Am Beginn der künstlerischen Tätigkeit von Hermann J. Painitz in der ersten Hälfte der 1960er-Jahre stehen Texte, Notationen und frühe Collagen, die mit ihren zeilenförmig angeordneten Elementen nach dem Prinzip der Serie, Reihe, Progression oder Permutation gestaltet sind. Ab 1965 folgen malerische Arbeiten, in denen der Künstler farbig abgesetzte, konzentrische Kreise – mitunter über mehrere Tafeln hinweg – mittels eines auf Zahlenreihen fußenden Auszählverfahrens positionierte. In den 1970er-Jahren setzte sich Painitz in seinen "Statistischen Portraits" mit der von Otto Neurath entwickelten "Wiener Methode der Bildstatistik" auseinander. Grundlage dafür waren Protokolle, in denen die zu portraitierende Person nach den Vorgaben des Künstlers über mehrere Stunden oder Tage hinweg bestimmte, routinemäßig wiederkehrende Aktivitäten festhalten sollte, die Painitz mit Hilfe von Diagrammen, Piktogrammen und Organigrammen zu veranschaulichen versuchte. Für seine sprachreflexiven Arbeiten konzipierte der Künstler ab Anfang der 1970er-Jahre eigene Zeichen-Codes, später "gegenständliche" Alphabete, mit deren Hilfe er oft ganze Texte verschlüsselt darstellte. Nicht immer lieferte der Künstler jedoch dem Betrachter die Legende zur Dechiffrierung mit. Die jüngsten, 2015/16 entstandenen Arbeiten widmen sich der Tetraktys (griechisch "Vierheit"), einem Begriff aus der Zahlenlehre der Pythagoreer, die Painitz in Form konzentrischer Kreise darstellt – seinem "Markenzeichen", das sein Werk bis in die Gegenwart prägt.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit Texten von Alexandra Schantl und Hermann J. Painitz. 

Sonderausstellung "Alte Freunde: Hermann J. Painitz" 
Kuratorin: Alexandra Schantl
30. April bis 30. Juli 2017 


Skulpturendepot 

Wolfgang Ernst 
SYNKATABASIS

Auf Einladung von Herbert Liaunig entwickelte der 1942 in Wien geborene Künstler Wolfgang Ernst eine autarke Raumkonstruktion für das Skulpturendepot im Museum Liaunig, ein in Sichtbeton ausgeführter Raumzylinder mit aufgesetztem Kegelstumpf und Oberlicht. Die Gesamtraumhöhe beträgt 8 Meter und der Durchmesser 20 Meter. Im Zuge der Erweiterung 2014 wurde das bis dahin nur von außen und nicht für Besucher zugängliche Depot an das Museum angebunden und als Ausstellungsfläche genutzt.

Wolfgang Ernst reagiert auf die Architektur des runden Raumes, der erst im Zuge der Erweiterung 2014 an das Museum angebunden wurde und damit für Besucher zugänglich gemacht wurde, und konzipierte eine rechteckige Holzkonstruktion mit Zugangsöffnungen an den Ecken und an der vorderen Eingangsseite, vor der er seine Arbeit "CREATOR SPIRITUS – EXITUS MORTIS" in Form eines Türblattes stellt. An den Innen- und Außenwänden der weiß gestrichenen Zelle zeigt er Arbeiten von 1969 bis 2017, in den von ihm bevorzugten Materialien Papier und Grafit, Eisen, Stahl und Neonröhren. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Musik: Berlin Piano 1989 & Hölderlins Lehre vom Wechsel der Töne
POTESTAS CLAVIUM, Wolfgang Ernst Piano

Skulpturendepot "Wolfgang Ernst ∙ SYNKATABASIS"
30. April bis 29. Oktober 2017




2016


In der Saison 2016 erwartete den Besucher im Museum Liaunig ein vielfältiges Ausstellungsprogramm: Die Hauptausstellung "Augen-Blicke" im von außen sichtbaren, lang gezogenen Galerietrakt wurde wieder aus der stetig wachsenden Sammlung zeitgenössischer Kunst zusammengestellt und legte den Schwerpunkt auf Neuerwerbungen. Im dreieckigen Sonderausstellungsraum, der auch erstmals für Konzerte genutzt wurde, wurden im Rahmen der Ausstellungsserie "Alte Freunde“ nacheinander Arbeiten der Künstler Drago j. Prelog (Mai/Juni), Hans Staudacher (Juli/August) und Josef Mikl (September/Oktober) präsentiert, die mit Herbert Liaunig seit Beginn seiner Sammlungstätigkeit vor über 50 Jahren freundschaftlich verbunden sind bzw. waren. Als Kontrastprogramm zur zeitgenössischen Kunst verstehen sich die historischen Sammlungen dekorierter Gläser und Portraitminiaturen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert sowie die neue Sammlungspräsentation "Afrikanische Glasperlenkunst". Ein weiterer Höhepunkt war die Eröffnung des Skulpturenparks, der sich über einem Teil des zum Großteil unterirdisch gelegenen Museums erstreckt. Die Aufstellung unter freiem Himmel zeigt gemeinsam mit den im runden Skulpturendepot präsentierten Werken eine repräsentative Auswahl österreichischer sowie internationaler Bildhauer und Objektkünstler von der Moderne bis zur Gegenwart.



Hauptausstellung

Augen-Blicke
Neuerwerbungen 

Die Jahresausstellung 2016 mit 180 von 64 Künstlerinnen und Künstlern geschaffenen, bisher noch nicht gezeigten Neuerwerbungen der Malerei, Plastik, Objektkunst und Graphik.

In anregender Vielfalt, anhand einzelner exemplarischer Arbeiten und Installationen pointiert ausgewählt, zumeist jedoch in Werkgruppen einander vergleichend wie kontrastierend gegenübergestellt, erweist sich die auf jüngste Kunstgeschichte und aktuelle Gegenwartskunst in Österreich konzentrierte Schau als ebenso vergnügliches wie nachhaltiges Schauerlebnis. Mit Arbeiten von: Marc Adrian, Karel Appel, Christian Ludwig Attersee, Bernard Aubertin, ONA B., Anna-Maria Bogner, Tony Cragg, Canan Dagdelen, Gunter Damisch, Oliver Dorfer, Manfred Erjautz, Tone Fink, Karl Anton Fleck, Adolf Frohner, Jakob Gasteiger, Tibor Gáyor, Franz Graf, Helmuth Gsöllpointner, Erwin Heerich, Wolfgang Hollegha, Hildegard Joos, Peter Krawagna, Suse Krawagna, richard kriesche, Hans Kupelwieser, Edit Lajos, Maria Lassnig, Franz Lerch, Markus Lüpertz, Gottfried Mairwöger, Dóra Maurer, Jürgen Messensee, Josef Mikl, Hannes Mlenek, Gerhardt Moswitzer, Zoran Music, Heribert Nothnagel, Ingo Nussbaumer, Franz Xaver Ölzant, Josef Pillhofer, Markus Prachensky, Norbert Pümpel, Gerwald Rockenschaub, Robert, Schaberl, Hubert Scheibl, Eva Schlegel, Walter Schmögner, Martin Schnur, Klaus J. Schoen, ManfreDu SCHU, Zbyněk Sekal, Peter Sengl, David Smyth, Fritz Steinkellner, Wolfgang Stifter, Esther Stocker, Helmut Swoboda, Walter Vopava, Manfred Wakolbinger, Wolfgang Walkensteiner, Walter Weer, Max Weiler, Turi Werkner, Markus Wilfling, Fritz Wotruba und Erwin Wurm.


Sonderausstellungen

Den seit 2016 in der Sonderausstellungsreihe "Alte Freunde" vorgestellten Künstlern ist Herbert Liaunig seit Beginn seiner Sammlungstätigkeit als Freund und Sammler zugetan. So finden sich oft ganze Werkkonvolute aus allen Schaffensphasen der meist singulären Positionen in der Sammlung, die die Grundlage dieser während der Saison
mehrmals wechselnden retrospektiven Einzelausstellungen bilden.


Alte Freunde: Josef Mikl 

Auf die Personale zu Drago j. Prelog zu Beginn der Saison 2016 und die Ausstellung „Hans Staudacher ∙ Lyrisches Informel“ folgt eine von Artur Rosenauer und Peter Liaunig zusammengestellte Retrospektive zu Josef Mikl (1929-2008).

Josef Mikl zählt zusammen mit Hollegha, Prachensky und Rainer zu den Pionieren der Nachkriegsmalerei in Österreich. Obwohl die Ausstellung nur einen Bruchteil der Werke Mikls zeigt, vermittelt sie dennoch ein umfassendes Bild vom Schaffen des Künstlers. Die gezeigten Werke stammen aus der Sammlung Liaunig und aus dem Nachlass des Künstlers. Jede der beiden Sammlungen wäre geeignet, einen repräsentativen Einblick in die Entwicklung des Künstlers zu geben. Ihr Zusammentreffen ist ein Glücksfall. Von seinen allerersten Anfängen – die früheste erhaltene Arbeit Mikls ist die Zeichnung mit dem Kopf eines Schulkollegen von 1946 – bis zu seinen späten Werken ist das Schaffen Mikls hier präsentiert. Es umfasst den imponierenden Zeitraum von nahezu 60 Jahren. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit einem Text von Artur Rosenauer. 




Alte Freunde: Hans Staudacher

Die Position, die Hans Staudacher im Kunstgeschehen nach 1945/50 mit seinen größtenteils dem Lyrischen Informel zugehörigen abstrakten Arbeiten einnimmt, ist singulär. In allen Techniken der Malerei, Graphik, Collage und Druckgraphik bestens verankert, geht es dem seit 1950 in Wien lebenden Künstler, um die fortlaufende Aktivierung des Bildgeschehens. Sein improvisationsfreudiger Stil auf Basis spontaner, gestisch geprägter, handschriftlicher Formelemente und Kürzel beweist nicht nur Einfallsreichtum und Reaktionsschnelle im bildnerischen Vollzug, sondern vor allem das stets anzutreffende, präzise graphische Kalkül des Malers, dem man Rhythmus und Musikalität ebenso wie Sinnlichkeit und fallweise Ironie anmerkt. 

Neben charakteristischen Werken aus der Sammlung Liaunig konnten für die Ausstellung Gouachen sowie Gemälde des Künstlers als Leihgaben gewonnen werden. Sie vermitteln charakteristische Einblicke in Staudachers maßgebende Werkabschnitte und bilden dank vieler, um 1960 entstandener Hauptwerke, ein auf das Lyrische Informel konzentriertes Schlüsselerlebnis in der Begegnung mit dem Künstler. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit einem Text von Peter Baum.



Alte Freunde: Drago j. Prelog

Im dreieckigen Sonderausstellungsraum werden im Rahmen der Ausstellungsserie „Alte Freunde“ erstmals unter der Saison wechselnde Retrospektiven zu Künstlern gezeigt, die mit Herbert Liaunig seit Beginn seiner Sammlungstätigkeit vor über 50 Jahren freundschaftlich verbunden sind bzw. waren. Die Reihe startete mit Drago j. Prelog, der Eva und Herbert Liaunig in den 1960er-Jahren kennen-lernte und ihnen durch seine Verbindungen den Zugang zu vielen Künstlern im Umfeld der Wiener Galerien „Zum roten Apfel“ und „Nächst St. Stephan“ eröffnete. Die zu dieser Zeit entstandenen Freundschaften markieren die Anfänge und bilden die Basis der Sammlung Liaunig: Österreichische Kunst der Gegenwart, die Herbert Liaunig bereits während seiner Studienzeit zu sammeln begann. 

In der Sammlung finden sich zentrale Arbeiten aus vier eigenständigen Werkphasen des 1939 in Celje, Slowenien geborenen und in der Obersteiermark aufgewachsenen Drago j. Prelog. Die von Peter Liaunig kuratierte Ausstellung zeigt anhand ausgewählter Werke die große Vielfalt und die evidenten Entwicklungssprünge im vielschichtigen zeichnerischen, malerischen und auch druckgrafischen Œuvre des Künstlers auf. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Text von Dieter Ronte.



Afrikanische Glasperlenkunst

Von Anfang an war geplant, als Kontrapunkt zur zeitgenössischen Kunst auch eine afrikanische Kollektion im Museum Liaunig zu zeigen: Von 2008 bis 2013 und im Wiedereröffnungsjahr 2015 wurde die Ausstellung "Das Gold der Akan" – rund 600
Schmuck- und Kultobjekte der Königsstämme der Ashanti, Baule und Fante – in einem eigens für diese Sammlung konzipierten unterirdischen Kubus präsentiert.

Die 2016 erstmals in diesem Raum gezeigte Sammlung afrikanischer Glasperlenobjekte hat Peter Liaunig, der Sohn von Herbert und Eva Liaunig, in rund 15 Jahren aufgebaut. Die 300 Exponate – reich mit Perlen geschmückte, zeremoniell genutzte Objekte, Kopfbedeckungen, Schmuck, aber auch alltägliche Gegenstände – geben Einblick in Lebenswelten und Traditionen verschiedener Ethnien aus West- und
Zentralafrika und zeigen eine noch wenig erforschte Facette afrikanischer Kunst.

Anlässlich der Erstpräsentation wurde die Afrikanische Glasperlen-Sammlung wissenschaftlich aufgearbeitet und in einem Katalog publiziert.




Skulpturenpark

Skulpturale und plastische Arbeiten ab 1945 bilden einen Schwerpunkt in der Sammlung Liaunig. 2016 wurde mit dem weitläufigen Skulpturenpark ein Bereich geschaffen, der es ermöglicht, auch größere Werke permanent zu präsentieren.

Bei schönem Wetter lädt der Skulpturenpark, der im Rahmen eines Museumsbesuchs besichtigt werden kann, zu einem Spaziergang und zur Auseinandersetzung mit den Werken ein, die in Beziehung zu der sie umgebenden Natur gesetzt wurden. Die Aufstellung unter freiem Himmel zeigt eine generationenübergreifende Auswahl österreichischer und internationaler Künstler von der Moderne bis zur Gegenwart.



2015


Im Wiedereröffnungsjahr nach der Museumserweiterung erwarten den Besucher fünf Ausstellungen: Unter dem Titel "WIRKLICHKEITEN" werden Arbeiten von Wolfgang Herzig, Martha Jungwirth, Kurt Kocherscheidt, Peter Pongratz, Franz Ringel und Robert Zeppel-Sperl gezeigt, zudem ist dem Iren Sean Scully eine Schau gewidmet. Als Kontrastprogramm zur zeitgenössischen Kunst verstehen sich die historischen Sammlungen dekorierter Gläser, Portraitminiaturen und das "Gold der Akan". 

In die mehrfach ausgezeichnete, von Sichtbeton, Stahl und Glas beherrschte "querkraft"-Architektur wurde nach erfolgtem Umbau eine weitere künstlerische Intervention gesetzt: Als Gegenpunkt zur Lichtinstallation von Brigitte Kowanz im Abgang zum unterirdischen Kubus der Gold-Sammlung, gestaltete Esther Stocker den Gang zur Glas- und Portraitminiaturen-Sammlung. Über diesen Verbindungsgang erreicht der Besucher auch das eindrucksvolle runde Skulpturendepot, das erstmals zugänglich ist.






Hauptausstellung

WIRKLICHKEITEN. Malerei gegen den Strich

Der 160 Meter lange und 13 Meter breite Hauptausstellungstrakt des Museums bildet zusammen mit dem Grafiktrakt die Ausstellungsfläche für die mit rund 250 Werken bisher umfassendste Präsentation der Künstlergruppierung WIRKLICHKEITEN, die sich Ende der 1960er-Jahre aus Wolfgang Herzig (1941), Martha Jungwirth (1940), Kurt Kocherscheidt (1943-1992), Peter Pongratz (1940), Franz Ringel (1940-2011) und Robert Zeppel-Sperl (1944-2005) zusammensetzte. Kuratiert wurde die groß angelegte Schau von Hans-Peter Wipplinger.

Ihren ersten gemeinsamen Auftritt unter dem Titel "WIRKLICHKEITEN" hatten die sechs heterogenen Künstlercharaktere 1968 in der Wiener Secession. Konzipiert von Otto Breicha, wurde die Ausstellung ein unerwarteter Erfolg. Vom "Debüt der Handke-Generation für die österreichische Bildkunst" war die Rede, von einer "Art neuer CoBrA-Gruppe". Entgegen der damals vorherrschenden Stilrichtungen der Wiener Schule des Phantastischen Realismus und des Abstraktivismus, sowie entgegen aufkommender avantgardistischer Tendenzen, welche die Malerei für überholt erklärten, verfolgten die "WIRKLICHKEITEN" eine "offene" Malerei jenseits akademischer Dogmen und modischer Diktate. Ob gegenständlich, gestisch-figural oder abstrakt-expressiv: Die sechs Protagonisten überraschten das Publikum mit Gemälden und Zeichnungen von intensivem Kolorit und eindringlich-persönlichen Bildfindungen, die gleichwohl berührten wie schockierten. "Das Wirkliche ist wirklich in der Einbildung und das Eingebildete so wirklich, wie es durch die Malerei plausibel wird", so Otto Breicha in einem Textbeitrag zum Phänomen der "WIRKLICHKEITEN".

Zahlreiche Exponate dieser Schau werden nicht nur erstmals öffentlich präsentiert, sondern auch zum ersten Mal publiziert: Eine mit 350 Farbabbildungen reich illustrierte und inhaltlich so fundiert wie unterhaltsame Begleitpublikation lädt ein zur vertiefenden Lektüre. Neben Textbeiträgen von Silvie Aigner, Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Daniela Gregori, Susanne Längle, Rainer Metzger, Thomas Mießgang, Florian Steininger und Hans-Peter Wipplinger finden sich darin auch historische Texte von Otto Breicha und Alfred Schmeller sowie Beiträge von literarischen Wegbegleitern der "WIRKLICHKEITEN" wie Peter Handke, Elfriede Jelinek und Friederike Mayröcker - und nicht zuletzt von den Künstlern selbst.



Sonderausstellung

Sean Scully 
Malerei als Weltaneignung 

Mit einer großen Ausstellung von Sean Scully eröffnete das Museum Liaunig den 2014 fertig gestellten, dreieckig konzipierten Raum für Sonderausstellungen.

Sean Scully, 1945 in Dublin geboren, zählt heute weltweit zu den führenden Exponenten einer absoluten, entscheidend durch die Farbe geprägten nonfigurativen Malerei. Den einfachen geometrischen Grundelementen seiner aus Rechtecken, Quadraten und balkenähnlichen Streifen zusammengesetzten Bildern liegt eine stark emotional begründete, ebenso intensive wie differenzierte pastose Malweise zugrunde. Scullys Malerei ist keineswegs von der Wirklichkeit losgelöst. Sie schöpft aus ihr, ihren Symbolen, Strukturen und den vielen konkreten Tatbeständen in der Natur, die als Anregung verstanden werden können, bildet jedoch nie ab. Scullys Kolorit, seine auf riesige ebenso wie auf kleine und mittlere Leinwände in unzähligen, undurchdringlichen, teilweise nur erahnbaren dichten Schichtungen übereinander und miteinander verschmelzend aufgetragenen Ölfarben, addieren sich zu Bildern sui generis. 

17 Gemälde und 4 Aquarelle bilden das Kontingent der von 26. April bis 31. Oktober dauernden Ausstellung des Künstlers im Museum Liaunig.

Ein großformatiger Katalog dokumentiert die von Peter Baum kuratierte Ausstellung "Sean Scully - Malerei als Weltaneignung".



Historische Sammlungspräsentationen

Von Anfang an war geplant, als Kontrapunkt zur zeitgenössischen Kunst auch eine afrikanische Kollektion im Museum Liaunig zu zeigen: Von 2008 bis 2013 und im Wiedereröffnungsjahr wurde das "Gold der Akan" – rund 600 Schmuck- und Kultobjekte der Königsstämme der Ashanti, Baule und Fante – in einem eigens für diese Sammlung konzipierten unterirdischen Kubus präsentiert.

Mit der Erweiterung des Museums bot sich 2015 die Möglichkeit, weitere historische Sammlungen der Familie im Rahmen permanenter Dauerausstellungen öffentlich zugänglich zu machen.

In den kommenden Jahren werden weitere Sammlungen der Familie Liaunig im Wechsel in den drei unter der Erde gelegenen Schauräumen des Museums gezeigt werden.

Alle Sammlungspräsentationen und Ausstellungen werden dokumentiert
und in umfangreichen Katalogen publiziert.


Das Gold der Akan

Die künstlerisch und ethnologisch einzigartige Sammlung afrikanischen Goldes, die bereits in den vergangenen Jahren die Besucher begeisterte, versteht sich neben den zwei neuen historischen Sammlungen der dekorierten Gläser und Portraitminiaturen als Kontrapunkt zur zeitgenössischen Kunst.  

Die wertvollen Exponate, die überwiegend aus dem 19. und 20. Jahrhundert stammen, bilden eine der weltweit größten und wichtigsten Sammlungen dieser Art. Die attraktiv inszenierte Dauerausstellung "Gold der Akan" zeigt rund 600 Schmuck- und Kultobjekte der westafrikanischen Akan-Stämme und wird auch heuer wieder in dem in dunklem Blau gehaltenen Kubus mit punktuell beleuchteter Vitrinenlandschaft und einsehbarer Schatzkammer zu sehen sein.

Doran H. Ross und Georg Eisner arbeiteten die Sammlung in dem 2008 veröffentlichten Katalog "Gold der Akan" wissenschaftlich auf.   





Gläser von 1500-1850

Die Erweiterung des Museums erlaubt es, die in einer großzügigen Vitrinenlandschaft untergebrachte Glassammlung in einem eigens dafür konzipierten unterirdischen Raum zu präsentieren.

Die ausgestellten Gläser geben einen repräsentativen Überblick über die europäische Glaskunst von den Anfängen in Venedig um 1500 bis zu den Tagen des Wiener Kongresses. Die Ausstellung zeigt, wie vielfältig und innovativ das Material Glas gestaltet werden kann. Raritäten wie Teile des päpstlichen Services um 1513, Haller und Innsbrucker Gläser dieser Zeit, genauso wie die „Lehmann“-Scheibe mit Europa am Stier, die 20 Jahre als Leihgabe im British Museum war, sind vertreten. Darüberhinaus sind die berühmtesten Glasschneider der Barockzeit und des frühen Biedermeier mit ihren Arbeiten zu bewundern. 

Die Sammlungspräsentation wird von einem Katalog mit Texten von Regine Kovacek begleitet. 




Portraitminiaturen von 1590-1890

Von den derzeit fast 300 Miniaturen der Sammlung Liaunig wird dank modernster Museumstechnik eine repräsentative Auswahl von 100 zwischen 1590 und 1890 in Europa entstandenen Stücken in einer großzügig angelegten Vitrinenlandschaft gezeigt. Die Schau gibt Einblick in die Geschichte und Technik dieser mit Entwicklung der Fotografie im 19. Jahrhundert langsam untergegangenen Kunstgattung der gemalten Bildnisse kleinster und allerkleinster Größenordnung.

Der Bogen der präsentierten Exponate spannt sich vom Elisabethanischen Zeitalter mit Hilliard über Cooper, Smart und Cosway bis hin zum frühen 19. Jahrhundert.  Kontinentale Schulen umfassen Meisterwerke von Petitot, Liotard, Füger, Isabey und Daffinger, dem bekanntesten Miniaturmaler des Wiener Biedermeiers.  

Die Sammlung wurde in einem reich bebilderten Katalog von Dr. Bodo Hofstetter wissenschaftlich aufgearbeitet. 






2014


Museumserweiterung

Mit Saisonschluss 2013 starteten die Umbauarbeiten zur Erweiterung des Museums – wieder unter der bewährten Federführung des Wiener Architekturbüros "querkraft". 

Aufgrund der Bauarbeiten blieb das Museum Liaunig 2014 geschlossen. 












2013  


Von der Fläche zum Raum

Von Bauwerken, Skulpturen und Plastiken, von gestalteten Flächen und geformten Volumen erzählt die aktuelle Kunstschau im Museum Liaunig. Unter dem Motto "Von der Fläche zum Raum" werden Skulpturen, Malerei und Architektur gezeigt.

Von Abraham über Gironcoli bis Wotruba reicht das Who-is-who der österreichischen Bildhauer- und Architekturszene, die maßgeblich das 20. Jahrhundert bestimmte. Aber auch viele Schüler der prominenten Vorbilder, Künstler der Nachfolgegenerationen wie Manfred Erjautz oder Wolfgang Becksteiner, Elmar Trenkwalder mit seinen monumentalen Keramikplastiken oder Peter Dörflinger mit seinen organisch wirkenden Arbeiten sind in dem 160 Meter langen Ausstellungsraum zu sehen. Ergänzt mit malerischen Umsetzungen des Themas (z.B. durch Maria Lassnig, Robert Motherwell, Alfons Schilling oder Markus Prachensky und Arnulf Rainer) bietet die Schau so ein spannendes Wechselspiel zwischen "Fläche und Raum".

Architektur pur: Von Luftschlössern, Elfenbeintürmen und Wunderkammern, von realisierten Projekten des Hausherren Herbert Liaunig und Visionen gebliebenen Plänen seiner bevorzugten Architekten handelt dann die kleine, aber feine Extra-Schau, in der sich Skizzen, Modelle und Fotos von Architekten wie querkraft, Coop Himmelb(l)au, von Hans Hollein, Gustav Peichl und Günther Domenig bis zu Zaha Hadid u.a.m. finden. 




2012 


Realität und Abstraktion 2

Konkrete und reduktive Tendenzen ab 1980

Das Ziel des Sammlers Herbert Liaunig und seiner kunstinteressierten Familie, die in mehr als vierzig Jahren aufgebaute, auf Malerei, Plastik und unikate Papierarbeiten konzentrierte Kunstsammlung in wichtigen Arbeiten und wesentlichen Werkblöcken der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und damit das erstaunliche Potenzial österreichischer Gegenwartskunst zu verdeutlichen, findet heuer mit der Schau "Realität und Abstraktion 2" ihren vorläufigen Abschluss.

Begleitet von einem profunden, reich illustrierten Katalogbuch (Redaktion Silvie Aigner), der vierten Publikation dieser Reihe, zeigt der aktuelle Museumsquerschnitt nicht weniger als 200, zu einem beträchtlichen Teil der Konkreten Kunst, Geometrischen Abstraktion, dem Minimalismus und der monochromen Malerei zugehörige Werke.






2011  


Realität und Abstraktion 1

Figurative und expressive Konzepte
von 1980 bis heute

Im Anschluss an die im Vorjahr gezeigte Auswahl von Arbeiten der Sammlung Liaunig steht 2011 und 2012 die Kunst von 1980 bis heute im Fokus einer umfangreichen Präsentation im Museum Liaunig.

Die in zwei Teilen gezeigte Ausstellung stellt unter dem Titel "Realität und Abstraktion" wesentliche Aspekte der österreichischen Gegenwartskunst in den Mittelpunkt, ergänzt durch Beispiele internationaler Künstler und Künstlerinnen.

Teil 1 präsentiert ab Mai 2011 expressiv-gestische Tendenzen in der Malerei, Skulptur und Grafik. Teil II wird sich im nächsten Jahr vor allem mit konkreten und reduktiven Positionen beschäftigen.

Zur Ausstellung erscheint ein 212 Seiten starker, reich illustrierter Katalog mit einem einführenden Text von Peter Baum. 




2010


Tradition und Avantgarde

Kunst in Österreich 1945–1980 

Die viel beachtete Eröffnungsschau, die einen Querschnitt durch die Highlights der Sammlung Liaunig präsentierte, erfährt jetzt eine präzisierende Ergänzung. Mehr als 350 Exponate aus den Sammlungsbeständen verdeutlichen Potenzial und Spannweite des kulturellen Neubeginns in Österreich nach 1945.

In kunsthistorisch relevante Kapitel gegliedert, werden dabei gleichzeitig individuelle Spezifika führender österreichischer Maler, Zeichner, Bildhauer und Objektkünstler betont. Gezeigt werden u.a. Arbeiten von Boeckl, Wotruba, Fronius, Fleck, Ringel, Hollegha, Rainer und Gironcoli. Das visuelle Konzept der von Tageslicht dominierten Ausstellung forciert einen anregenden, großzügigen Gesamteindruck: ein spannender Parcours voller Gemeinsamkeiten und künstlerischer Kontraste mit Hinweisen auf eine vor allem in den 1960er Jahren expandierende Kunstszene.

Zur Ausstellung erscheint ein 160 Seiten starker, reich illustrierter Katalog mit einem einführenden Text von Peter Baum.




2008 / 2009


Museum Liaunig

Am 29. August 2008 wird im Kärntner Neuhaus/Suha das Privatmuseum des Industriellen und Kunstsammlers Dkfm. Herbert Liaunig durch Bundespräsident
Dr. Heinz Fischer eröffnet.

Das neue Museum zeigt auf einer Ausstellungsfläche von rund 3200 m² (große Ausstellungshalle, Graphikraum und Schaudepot) eine Auswahl aus der umfangreichen Sammlung zeitgenössischer Kunst sowie - als herausfordernden Kontrapunkt zur Moderne - die künstlerisch und ethnologisch einzigartige Sammlung afrikanischen Goldes, die in einem eigens dafür entwickelten Annex unter der Erde (350 m²) besichtigt werden kann.

Hauptausstellung

Im großen Schauraum in zehn zusammenhängende Werkgruppen verteilt, liegen die Schwerpunkte der ersten Museumspräsentation für 2008/09 bei Geometrischer Abstraktion und Op Art (Marc Adrian, Helga Philipp, Richard Kriesche, Hermann J. Painitz, Joos+Joos), dem erweiterten Kreis um die Galerie St. Stephan (Rainer, Mikl, Prachensky, Hollegha, Staudacher, Bischoffshausen), den Vertretern einer "reinen", zum Meditativen neigenden Malerei wie Bohatsch, Swoboda, Stanzl, Gasteiger oder Hikade, und den "Neuen Wilden", die u.a. mit Großformaten von Anzinger, Damisch, Schmalix, Klinkan und Mosbacher vertreten sind. Repräsentativ in der Aufstellung berücksichtigt finden sich Einzelgänger wie Nitsch und Gironcoli, Tony Cragg, Gerhard Moswitzer, die Salzburgerin Julie Hayward oder die beiden Kärntner Meina Schellander und Cornelius Kolig. Die weitgehend praktizierte "Durchmischung" von Malerei und Plastik konfrontiert mit charakteristischen Arbeiten wichtiger österreichischer Bildhauer, beginnend bei Wotruba, Avramidis, Bertoni, Hoflehner, Urteil und Prantl über Eder, Goeschl, Pillhofer, Reiter, Nakajima und Oswald Stimm bis hin zu Erwin Wurm.

Im Graphiktrakt, in dem kombiniert mit Bildhauerzeichnungen auch viele der kleineren Plastiken zu sehen sind, dominieren die führenden österreichischen Zeichner nach 1945: Absolon und Moldovan, Hradil und Fleck, Brus und Pichler. Objekte von Fink, Panzer und Schmögner bilden Kontrapunkte dazu.

Sammlungspräsentation "Das Gold der Akan"

Durch einen mit einer Lichtinstallation von Brigitte Kowanz ausgestatteten schmalen Gang vom Hauptraum aus zugänglich ist der unter der Erde gelegene, in dunklem Blau gehaltene Kubus für die Dauerausstellung "Gold der Akan". In einer punktuell beleuchteten Vitrinenlandschaft mit einsehbarer Schatzkammer beherbergt er nahezu 600 Objekte afrikanischen Goldes. Die in ihrem formalen Reichtum und der Expressivität ihres Ausdrucks überzeugenden Objekte sind historisch und künstlerisch bedeutende Zeugnisse verschiedener Stämme aus Ghana, wie der Baule, Ashanti oder Fante.