Rückblick


2019


Museum Liaunig

Mit einem vielfältigen Ausstellungs- und Konzertprogramm ist es gelungen, das private Museum Liaunig über die Jahre als lebendigen Ort der Begegnung und des kulturellen Dialoges in Südkärnten zu positionieren. Der vom Architektenteam querkraft spektakulär inszenierte, bereits unter Denkmalschutz stehende Museumsbau als optimaler Aufbewahrungs- und Präsentationsort für die Sammlungen des Industriellen Herbert Liaunig und seiner Familie zieht – weit ab aller urbanen Zentren gelegen – seit der Eröffnung 2008 jedes Jahr von Anfang Mai bis Ende Oktober Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an.

Das Museum Liaunig verfügt über eine der umfangreichsten Sammlungen österreichischer Kunst ab 1945. Als Kontrastprogramm zur zeitgenössischen Kunst verstehen sich die historischen Sammlungs-präsentationen: 2019 ist neben seltenen Briefmarken der österreichischen Monarchie und kostbarem europäischen Silber auch "Das Gold der Akan" wieder zu sehen. Die Exponate – rund 600 Schmuck- und Kultobjekte der westafrikanischen Ethnien der Ashanti, Baule und Fante – bilden eine der weltweit größten Sammlungen dieser Art.

Bereits zum dritten Mal findet die Kammermusikreihe sonusiade statt, die im Jahr 2017 auf Initiative des Museumsgründers Herbert Liaunig unter der künstlerischen Leitung von Janez Gregorič gestartet wurde. Der dreieckige Sonderausstellungsraum des Museum Liaunig verwandelt sich dank des Zusammenspiels von Musik, bildender Kunst und Architektur in einen einzigartigen Konzertsaal.

Bei schönem Wetter lädt der weitläufige Skulpturenpark zu einem Spaziergang ein. Die Aufstellung unter freiem Himmel zeigt gemeinsam mit den im runden Skulpturendepot präsentierten skulpturalen und plastischen Arbeiten eine generationenübergreifende Auswahl österreichischer und internationaler Künstler von der Moderne bis zur Gegenwart.


Hauptausstellung

Der Zukunft herzlichst gewidmet 
Kunst aus Vergangenheit und Gegenwart
in der Sammlung Liaunig 

Die von Günther Oberhollenzer aus dem umfangreichen Sammlungsbestand zusammengestellte Hauptausstellung 2019 zeigt die Vielfalt künstlerischer Positionen aus Österreich von 1945 bis heute. Der Kurator stellt überraschende Zusammenhänge mit Vertretern der Klassischen Moderne sowie exemplarischen Werken internationaler Künstler her und setzt diese in spannungsvolle Dialoge zueinander. Die Ausstellung stellt in fünf Themenbereichen jeweils zwei Werke in den Mittelpunkt, um die zahlreiche weitere künstlerische Arbeiten gruppiert und in vielfältige Beziehung gesetzt werden. Die groß angelegte Schau präsentiert über 95 Künstlerinnen und Künstler.

Günther Oberhollenzer in dem die Ausstellung begleitenden Katalog: Das Thema der „Konstruierten Künstlichkeit“ ist von Gerhard Kaisers vielschichtiger Glasinstallation und Rudolf Polanszkys großformatigen dunklen Spiegeln inspiriert, die „Farbgeschichten“ widmen sich den drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau, wie sie im malerischen und bildhauerischen Werk von Roland Goeschl vorherrschen, wobei besonders das Rot – etwa bei Bernard Aubertin – im Fokus steht, und die „Naturlandschaften“ haben ihren Ausgangspunkt in den bunt kitschigen Bildwelten von Hubert Schmalix und den atmosphärisch dichten, nahezu abstrakten Kompositionen von Helmut Swoboda, um sich in einem breiten Parcours an malerischen Positionen diesem so beliebten Thema anzunähern. In den „Körperstudien“ dreht sich alles um die Darstellung des (menschlichen) Körpers. Die unglaubliche Bandbreite an künstlerischen Möglichkeiten markiert hier auf der einen Seite der Wiener Aktionismus, u. a. mit Aktionsfotografien von Günter Brus, auf der anderen neue Malereien von Siegfried Anzinger. Die „fantastischen Welten“ kreisen schließlich um die eigenwillige wie träumerisch ausladende Keramikskulptur von Elmar Trenkwalder und die psychedelisch ornamentale wie kraftvolle Farbigkeit von Claus Mayrhofer Barabbas’ Malereien. Ein Werk von Barabbas mit dem poetischen Titel „Der Zukunft herzlichst gewidmet III“ gibt der diesjährigen Ausstellung ihren Namen. Eine hoffentlich inspirierende Zusammenstellung, die neugierig machen und die Vielfaltigkeit der Betrachtungsweisen sowohl der Kunstwerke an sich als auch der Sammlung Liaunig verdeutlichen soll.

Gezeigt werden Arbeiten von Kurt Absolon, Josef Albers, Pierre Alechinsky, Siegfried Anzinger, Bernard Aubertin, Ona B., Elvira Bach, Josef Bachler, Claus Mayrhofer Barabbas, Josef Bauer, Herbert Boeckl, Erwin Bohatsch, Hellmut Bruch, Brigitte Bruckner, Günter Brus, Gaston Chaissac, Tony Cragg, Alfred Czerny, Josef Dobrowsky, Heinrich Dunst, Otto Eder, Anton Faistauer, Johann Fischer, Herbert Flois, Adolf Frohner, Hans Fronius, Johann Garber, Jakob Gasteiger, Roland Goeschl, Dorothee Golz, Hans Grosch, Alfred Haberpointner, Ilse Haider, Wolfgang Herzig, Rudolf Hoflehner, Friedensreich Hundertwasser, Hildegard Joos, Gerhard Kaiser, Franz Kamlander, Franz Kernbeis, Michael Kienzer, Paul Klee, Kurt Kocherscheidt, Peter Kogler, Oskar Kokoschka, Anton Kolig, Johann Korec, Arthur Kostner, Hubert Kostner, Hans Kupelwieser, Maria Lassnig, Jürgen Messensee, Josef Mikl, Joan Miró, Walter Moroder, Alois Mosbacher, Melitta Moschik, Gerhardt Moswitzer, Hermann Nitsch, Markus Oehlen, Fritz Opitz, Hubert Pfaffenbichler, Helga Philipp, Walter Pichler, Klaus Pinter, Rudolf Polanszky, Peter Pongratz, Drago j. Prelog, M. E. Prigge, Arnulf Rainer, Thomas Reinhold, Heinrich Reisenbauer, Bernhard Resch, Alois Riedl, Franz Ringel, Antonio Saura, Robert Schaberl, Hans Schabus, Roman Scheidl, Meina Schellander, Eva Schlegel, Hubert Schmalix, Werner Scholz, Rudolf Schönwald, Friedrich Schröder-Sonnenstern, Günther Schützenhöfer, Rudolf Schwarzkogler, Christian Schwarzwald, Hubert Soltys, Helmut Swoboda, Johann Julian Taupe, Elmar Trenkwalder, Oswald Tschirtner, Wolfgang Walkensteiner, August Walla, Max Weiler, Markus Wilfling und Reimo Wukounig.

Hauptausstellung „Der Zukunft herzlichst gewidmet“
Kurator: Günther Oberhollenzer 
28. April bis 31. Oktober 2019 ∙ Mi – So 10 – 18 Uhr
Museum Liaunig ∙ 9155 Neuhaus/Suha 41 ∙ +43 4356 211 15 office@museumliaunig.at ∙ www.museumliaunig.at


Sonderausstellungen

Im dreieckigen Sonderausstellungsraum wird die Ausstellungsserie Alte Freunde
mit Personalen von Wolfgang Hollegha (28.4.–28.7.) und Kurt Kocherscheidt (4.8.-31.10) fortgesetzt. Die wechselnden Ausstellungen bilden den Rahmen für die Konzerte der im letzten Jahr gegründeten Kammermusik-Reihe sonusiade.

Im Grafiktrakt steht – anlässlich seines 80. Geburtstages – der bildende Künstler, Fotograf, Kunstkritiker, Kurator und langjährige Museumsdirektor Peter Baum im Mittelpunkt, der als museologischer Berater und Kurator eng mit dem Museum Liaunig verbunden ist. 


Alte Freunde: Kurt Kocherscheidt

Die 2016 begonnene Serie „Alte Freunde“ wird von 4. August bis 31. Oktober 2019 mit
dem in Klagenfurt geborenen Künstler Kurt Kocherscheidt (1943–1992) fortgesetzt. Die
Ausstellungsreihe ist Künstlern gewidmet, die mit Herbert Liaunig seit den 1960er-
Jahren freundschaftlich verbunden sind bzw. waren. Die zu dieser Zeit entstandenen
langjährigen Freundschaften zwischen Sammler und Künstlern markieren die Anfänge
und bilden die Basis der Sammlung Liaunig: Österreichische Kunst der Gegenwart.
Die retrospektiv angelegte Personale im dreieckigen Sonderausstellungsraum des Museum Liaunig gibt einen Einblick in die künstlerische Entwicklung Kurt Kocherscheidts: Beginnend mit seinen Anfängen in den 1960er-Jahren und der Mitgliedschaft in der Künstlergruppierung „Wirklichkeiten“ (gemeinsam mit Wolfgang Herzig, Martha Jungwirth, Peter Pongratz, Franz Ringel und Robert Zeppel-Sperl), führt die Ausstellung zu Arbeiten aus dem Frühwerk der 1970er-Jahre, das durch einen Aufenthalt in London (1969–1971) geprägt wurde. Eine ausgedehnte Reise durch Südamerika im Jahr 1972, als zentrale Erfahrung im Leben des Künstlers, verändert Kocherscheidts Bildsprache und seinen Zugang zur Malerei entscheidend. Den Schwerpunkt der Sonderausstellung bilden Arbeiten aus den späteren Werkphasen, die ab 1980 bis zu seinem frühen Tod im November 1992 entstanden sind.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit einleitenden Worten von Ursula Davila-Villa und Ivo Kocherscheidt sowie einem Text von Ian McKeever zum Spätwerk Kurt Kocherscheidts.

Sonderausstellung „Alte Freunde: Kurt Kocherscheidt“
4. August bis 31. Oktober 2019 ∙ Mi – So 10 – 18 Uhr
Museum Liaunig ∙ 9155 Neuhaus/Suha 41 ∙ +43 4356 211 15 office@museumliaunig.at ∙ www.museumliaunig.at 


Alte Freunde: Wolfgang Hollegha
Zum 90. Geburtstag

Anlässlich seines 90. Geburtstages würdigte das Museum Liaunig den 1929 in Klagenfurt geborenen Wolfgang Hollegha, der zusammen mit Josef Mikl zu den Pionieren der abstrakten Malerei in Österreich zählt, mit einer Ausstellung die bis Ende Juli zu sehen war. Die von Günther Holler-Schuster kuratierte Schau zeigte neben Werken aus der Sammlung Liaunig aus unterschiedlichen Schaffensphasen aktuelle Arbeiten des Künstlers, der am Rechberg in der Steiermark lebt und arbeitet.

Sonderausstellung „Alte Freunde: Wolfgang Hollegha“
27. April bis 28. Juli 2019 ∙ Mi – So 10 – 18 Uhr
Museum Liaunig ∙ 9155 Neuhaus/Suha 41 ∙ +43 4356 211 15 office@museumliaunig.at ∙ www.museumliaunig.at





PETER BAUM 
Archiv ∙ Bibliothek ∙ Sammlung

Die biografische Revue gibt Einblicke in die vielseitigen Interessensgebiete, Tätigkeiten und Vorlieben des Kulturjournalisten, die ihn von Jugend an faszinierten, beschäftigten und schließlich ein langes Berufsleben hindurch bis heute begleiten. Die Stichworte Archiv, Bibliothek und Sammlung fassen die Schwerpunkte der Ausstellung zusammen, auch wenn aus Platzgründen nur Stichproben aus den einzelnen Sammlungsgebieten gezeigt werden können. So umfasst seine andauernde Sammlungs-tätigkeit neben Briefmarken, Autogrammen und historischen Fotografien u. a. umfangreiche Bestände an Literatur zu moderner Kunst und Kunstgeschichte. In seinem Archiv finden sich Autografen, Korrespondenzen, Glückwunschkarten und Kleingrafiken, aber auch Ausstellungsplakate, die das Kunstgeschehen in Wien und Paris in den 1960er-Jahren abbilden, sowie seine zwischen 1962 und 1973 verfassten Kunstkritiken, Feuilletons und Berichte. Seine Tätigkeit als Galerieleiter, Museumsdirektor und Ausstellungs-kurator dokumentieren mehrere Künstlermonografien und rund 500 Ausstellungs- 
und Sammlungskataloge.

Peter Baum, der sich bereits früh für Fotografie interessierte, notiert im anlässlich der Ausstellung erscheinenden Katalog über sein Foto-Archiv: „Mit dem Photographieren begann ich als Kind, als Jugendlicher hatte ich bereits eine Dunkelkammerausrüstung, und mit Beginn meiner 1962 einsetzenden beruflichen Tätigkeit als junger  Kunst-kritiker und Kulturjournalist konnte ich auch alsbald eigene Photos bei Zeitungen und in Fachjournalen unterbringen. An Negativen und Dias sind bis heute mehr als 50.000 zusammengekommen, ausgearbeitete und archivierte Aufnahmen liegen vermutlich bei einem Zehntel dieser Zahl.“

In der Ausstellung sind neben Werken aus der Kunstsammlung von Peter Baum im engeren Sinne, Malerei, Grafik, kleinere Plastiken sowie Objekte, eine Auswahl seiner Künstler- und Jazzmusiker-Fotos aus den 1960er- bis 1990er-Jahren, und auch Malereien und grafische Arbeiten von ihm zu sehen, die zwischen 1958 und 1972 –
vor seiner Zeit als Leiter der Neuen Galerie Linz – entstanden sind. 

Sonderausstellung „PETER BAUM ∙ Archiv ∙ Bibliothek ∙ Sammlung“
28. April bis 31. Oktober 2019 ∙ Mi – So 10 – 18 Uhr
Museum Liaunig ∙ 9155 Neuhaus/Suha 41 ∙ +43 4356 211 15 office@museumliaunig.at ∙ www.museumliaunig.at 


Foto: Walter Schramm

Skulpturendepot & Skulpturenpark

Skulpturale und plastische Arbeiten ab 1945 bilden einen weiteren Schwerpunkt in der Sammlung Liaunig.

2010 wurde ein rundes, nur von außen zugängliches Skulpturendepot errichtet, das durch einen aufgesetzten Kegelstumpf mit einem Durchmesser von 20 Metern und einer Raumhöhe von bis zu acht Metern die Lagerung von großen Skulpturen und Objekten ermöglicht. 2014 wurde das architektonisch spektakuläre Depot im Rahmen der Erweiterungsbauarbeiten an das Museum angebunden. 

2019 sind dort Arbeiten von Gerhardt Moswitzer, Fritz Wotruba, Peter Dörflinger, Tony Cragg und Franz Xaver Ölzant zu sehen. 

2016 wurde mit dem weitläufigen Skulpturenpark ein Bereich geschaffen, der es ermöglicht, auch größere skulpturale und plastische Werke permanent zu präsentieren. Bei schönem Wetter lädt der Park zu einem Spaziergang und zur Auseinandersetzung mit den Werken ein, die in Beziehung zu der sie umgebenden Natur gesetzt wurden. Die Aufstellung unter freiem Himmel zeigt eine generationenübergreifende Auswahl österreichischer und internationaler Künstler von der Moderne bis zur Gegenwart.





2018


10 Jahre Museum Liaunig

Das Museum Liaunig verfügt über eine der umfangreichsten Sammlungen österreichischer Kunst ab 1945, ergänzt durch Vertreter der klassischen Moderne 
sowie exemplarische Werke internationaler Künstler. Als Kontrastprogramm zur zeitgenössischen Kunst verstehen sich die historischen Sammlungen seltener Briefmarken der österreichischen Monarchie von 1852-1867 und kostbares europäisches Silber von 1490-1830 sowie die Sammlungspräsentation afrikanischer Glasperlenobjekte, die in dem vom Wiener Architektenteam querkraft entworfenen
und bereits denkmalgeschützten Museumsbau den adäquaten architektonischen
und museologischen Rahmen finden.

In der Saison 2017 erwartete den Besucher im Museum Liaunig ein vielfältiges Ausstellungs- und Konzertprogramm: 






Hauptausstellung

Umrahmung schräg gekippt
Die Sammlung Liaunig in Bewegung

Die von Günther Oberhollenzer aus dem umfangreichen Bestand der Sammlung Liaunig kuratierte Hauptausstellung zeigt die Vielfalt malerischer, grafischer und skulpturaler Positionen aus Österreich von 1945 bis heute, ergänzt durch exemplarische Werke internationaler Künstler. Themenfelder und Werkauswahl des Kurators verstehen sich mehr als eine frei assoziative, denn eine streng kunsthistorische Zusammenstellung. Ziel ist es, spannende wie überraschende Dialoge zwischen einzelnen Kunstwerken zu ermöglichen, auch über Generationen oder hermetische Zuschreibungen hinweg. 

Die groß angelegte Ausstellung präsentiert Arbeiten von Marc Adrian (1930–2008), Bernard Aubertin (1934–2015), Joannis Avramidis (1922–2016), Joachim Bandau (1936), Josef Bauer (1934), Hans Bischoffshausen (1927–1987), Alighiero e Boetti (1940–1994), Hellmut Bruch (1936), Tony Cragg (1949), Gunter Damisch (1958–2016), Inge Dick (1941), Oliver Dorfer (1963), Heinrich Dunst (1955), Manfred Erjautz (1966), Johann Feilacher (1954), Karl Anton Fleck (1928–1983), Gerhard Frömel (1941), Heinz Gappmayr (1925-2010), Jakob Gasteiger (1953), Bruno Gironcoli (1936–2010), Roland Goeschl (1932–2016), Dorothee Golz (1960), Franz Grabmayr (1927–2015), Franz Graf (1954), Evelyn Gyrcizka (1953), Alfred Haberpointner (1966), Hans Hartung (1904–1989), Julie Hayward (1968), Rudolf Hoflehner (1916–1995), Giselbert Hoke (1927–2015), Wolfgang Hollegha (1929), H+H Joos: Hildegard Joos (1909–2005) und Harold Joos (1913–2004), Martha Jungwirth (1940), Franco Kappl (1962), Herwig Kempinger (1957), Gudrun Kleinberger (1967), Michael Kienzer (1962), Imi Knoebel (1940), Kiki Kogelnik (1935–1997), Peter Kogler (1959), Kurt Kocherscheidt (1943-1992), Franz Stefan Kohl (1959), Peter Krawagna (1937), Suse Krawagna (1964), Eric Kressnig (1973), Richard Kriesche (1940), Maria Lassnig (1919–2014), Christoph Luger (1957), Gottfried Mairwöger (1951–2003), Dóra Maurer (1937), János Megyik (1938), Jürgen Messensee (1936), Josef Mikl (1929–2008), Hannes Mlenek (1949), Kurt Moldovan (1918–1977), Walter Moroder (1963), Gerhardt Moswitzer (1940–2013), Robert Motherwell (1915–1991), Matt Mullican (1951), Hermann Nitsch (1938), Ingo Nussbaumer (1956), Franz Xaver Ölzant (1934), Fritz Panzer (1945), Max Peintner (1937), Helga Philipp (1939–2002), Walter Pichler (1936–2012), Josef Pillhofer (1921–2010), Raimund Pleschberger (1974), Rudolf Polanszky (1951), Markus Prachensky (1932–2011), Karl Prantl (1923–2010), Maria Elisabeth Prigge (1949–2007), Arnulf Rainer (1929), Werner Reiterer (1964), Alois Riedl (1935), Franz Rosei (1947), Georg Salner (1958), Fabian Seiz (1975), Roman Scheidl (1949), Meina Schellander (1946), Alfons Schilling (1934–2013), Eva Schlegel (1960), Walter Schmögner (1943), Martin Schnur (1964), Klaus J. Schoen (1931–2018), ManfreDu SCHU (1955), Christian Schwarzwald (1971), Pierre Soulages (1919), Rudi Stanzel (1958), Hans Staudacher (1923), Esther Stocker (1974), Erwin Thorn (1930–2012), Andreas Urteil (1933–1963), Wolfgang Walkensteiner (1949), Franz Erhard Walther (1939), Markus Wilfling (1966), Max Weiler (1910–2001), Fritz Wotruba (1907–1975), Franz Zadrazil (1942–2005) und Heimo Zobernig (1958).


Sonderausstellungen

Alte Freunde: Reimo Wukounig

Maria Elisabeth Prigge
Die Schenkung Schönemann und andere Bilder

Alte Freunde: Peter Pongratz

Im dreieckigen Sonderausstellungsraum wurde die Ausstellungsserie Alte Freunde
mit Personalen von Peter Pongratz (29.4.–30.6.) und Reimo Wukounig (2.9.-27.10) fortgesetzt sowie die Salzburger Künstlerin Maria Elisabeth Prigge (8.7.–26.8.) in
einer Retrospektive vorgestellt. Die wechselnden Ausstellungen bilden den Rahmen für die Konzerte der 2017 gegründeten Kammermusik-Reihe sonusiade.






Skulpturendepot

Cornelius Kolig
Das Pantheon im Skulpturendepot Liaunig
Versuch einer Transplantation

Mit Cornelius Kolig (*1942), der die Ausstellung im Skulpturendepot konzipiert hat, steht ein weiterer österreichischer Zeitgenosse im Mittelpunkt.

Ein stiller und magischer Ort ist das irdische PARADIES Malers, Bildhauers, Objekt- und Videokünstlers Cornelius Kolig in Vorderberg im Gailtal. In seinem Geburtsort im südlichen Kärnten verwandelt er seit 1979 eine ehemalige Wiese in ein Gesamtkunstwerk, einen Gebäudekomplex auf einem rund 6.000 m² großen Areal.

Das Skulpturendepot im Museum Liaunig, ein zeitgenössisches Pantheon, wo Kolig seine Objekte präsentiert, entspricht in seiner Geometrie einigen Entwürfen, die er seit Mitte der 1980er-Jahre in seinem PARADIES realisieren wollte. Es ergibt sich nun für Kolig durch die Ausstellung die Möglichkeit, seine räumliche Vision zu überprüfen und sein Konzept an diesem „fremden Ort“ mit der Präsentation von einigen Objekten und Skulpturen aus der Sammlung Liaunig und aus dem PARADIES erstmals sichtbar zu machen. 


Skulpturenpark

Bei schönem Wetter lädt der weitläufige Skulpturenpark zu einem Spaziergang ein. Die Aufstellung unter freiem Himmel zeigt eine Generationen-übergreifende Auswahl österreichischer und internationaler Künstler.





2017


Hauptausstellung

Kontinuität und Brüche
Wege der Neuen Malerei der 80er-Jahre

Die Hauptausstellung "Kontinuität und Brüche" im von außen sichtbaren, lang gezogenen Galerietrakt ist den Künstlern der Neuen Malerei der 80er-Jahre in Österreich gewidmet. Gezeigt werden Arbeiten der folgenden Künstlerinnen und Künstler: Siegfried Anzinger, Erwin Bohatsch, Herbert Brandl, Gunter Damisch, Josef Danner, Jakob Gasteiger, Franz Graf, Josef Kern, Michael Kienzer, Alfred Klinkan, Peter Kogler, Brigitte Kowanz, Hans Kupelwieser, Alois Mosbacher, Fritz Panzer, Ferdinand Penker, Hannes Priesch, Gerwald Rockenschaub, Hubert Scheibl, Roman Scheidl, Hubert Schmalix, Thomas Stimm, Walter Vopava, Manfred Wakolbinger, Turi Werkner, Franz West, Erwin Wurm, Franz Yang-Močnik und Otto Zitko.


Skulpturendepot

Wolfgang Ernst
SYNKATABASIS

Im Skulpturendepot steht mit der Ausstellung „SYNKATABASIS“ von Wolfgang Ernst ein weiterer österreichischer Zeitgenosse im Mittelpunkt.


Sonderausstellungen 

Alte Freunde: Karl Hikade

Im dreieckigen Sonderausstellungsraum wird die im letzten Jahr begonnene Ausstellungsserie „Alte Freunde“ fortgesetzt, in der mit Herbert Liaunig seit den Anfängen seiner Sammlungstätigkeit freundschaftlich verbundene Künstler vorgestellt werden. Es werden nacheinander Retrospektiven zu Hermann J. Painitz (Mai–Juli) und Karl Hikade (August–Oktober) gezeigt, die auch den Rahmen für die neu geschaffene Kammermusik-Reihe sonusiade bilden.


Alte Freunde: Hermann J. Painitz 

Nach Drago j. Prelog, Hans Staudacher und Josef Mikl widmete sich das Museum Liaunig im Rahmen der Reihe "Alte Freunde" mit Hermann J. Painitz (1938) einem weiteren Künstler, dem Herbert Liaunig seit mittlerweile 50 Jahren als Freund und Sammler zugetan ist. Der konzeptuelle, methodisch-analytische Ansatz in Painitz‘ Werk weist ihm innerhalb der österreichischen Avantgarde nach 1945, die von expressiven und informellen Tendenzen dominiert war, eine singuläre Position zu. Die von Alexandra Schantl kuratierte Ausstellung zeigt anhand ausgewählter Bilder, Werkgruppen und Plastiken aus allen Schaffensphasen die charakteristischen Merkmale seines Œuvre auf: die Vermeidung jeder malerischen Gestik, die Beschränkung auf wenige, elementare Formen, die Anwendung serieller Prinzipien und das Zugrundelegen eines Programms, das jeweils einer inneren Logik folgt. Zur Ausstellung erscheint ein 64-seitiger, reich bebilderter Katalog mit Texten von Alexandra Schantl und Hermann J. Painitz. 


Skulpturenpark 

Der Skulpturenpark, der sich über dem zum Großteil unterirdisch gelegenen Museum erstreckt und bei Schönwetter zu einem Spanziergang einlädt, wurde um Arbeiten von Hellmut Bruch und Josef Pillhofer erweitert.


sonusiade

Unter der künstlerischen Leitung von Janez Gregorič stehen drei Konzerte und ein literarisch-musikalischer Abend auf dem Programm: Am 30. 4. eröffnet Kammersängerin Bernarda Fink, in Begleitung von Anthony Spiri am Klavier und Nejc Mikolič an der Viola, die sonusiade. Am 8. 7. gestalten Schauspieler Wolfram Berger, Saxophonist Wolfgang Puschnig und Gitarrist Janez Gregorič einen Abend. Im Rahmen des SONUS-Gastkonzerts spielen die Bläser des Ketos Quintett Linz am 23. 8. im Museum Liaunig. Die Konzertreihe endet mit dem Altenberg Trio Wien am 29. 10.




2016


In der Saison 2016 erwartete den Besucher im Museum Liaunig ein vielfältiges Ausstellungsprogramm: Die Hauptausstellung "Augen-Blicke" im von außen sichtbaren, lang gezogenen Galerietrakt wurde wieder aus der stetig wachsenden Sammlung zeitgenössischer Kunst zusammengestellt und legte den Schwerpunkt auf Neuerwerbungen. Im dreieckige Sonderausstellungsraum, der auch erstmals für Konzerte genutzt wurde, wurden im Rahmen der Ausstellungsserie "Alte Freunde“ nacheinander Arbeiten der Künstler Drago j. Prelog (Mai/Juni), Hans Staudacher (Juli/August) und Josef Mikl (September/Oktober) präsentiert, die mit Herbert Liaunig seit Beginn seiner Sammlungstätigkeit vor über 50 Jahren freundschaftlich verbunden sind bzw. waren. Als Kontrastprogramm zur zeitgenössischen Kunst verstehen sich die historischen Sammlungen dekorierter Gläser und Portraitminiaturen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert sowie die neue Sammlungspräsentation "Afrikanische Glasperlenkunst" Ein weiterer Höhepunkt war die Eröffnung des Skulpturenparks, der sich über dem zum Großteil unterirdisch gelegenen Museum erstreckt. Die Aufstellung unter freiem Himmel zeigt gemeinsam mit den im runden Skulpturendepot präsentierten Werken eine repräsentative Auswahl österreichischer sowie internationaler Bildhauer und Objektkünstler von der Moderne bis zur Gegenwart.


Hauptausstellung

Augen-Blicke
Neuerwerbungen

Die Jahresausstellung 2016 mit 180 von 64 Künstlerinnen und Künstlern geschaffenen, bisher noch nicht gezeigten Neuerwerbungen der Malerei, Plastik, Objektkunst und Graphik. In anregender Vielfalt, anhand einzelner exemplarischer Arbeiten und Installationen pointiert ausgewählt, zumeist jedoch in Werkgruppen einander vergleichend wie kontrastierend gegenübergestellt, erweist sich die auf  jüngste Kunstgeschichte und aktuelle Gegenwartskunst in Österreich konzentrierte Schau als ebenso vergnügliches wie nachhaltiges Schauerlebnis. Mit Arbeiten von: Marc Adrian, Karel Appel, Christian Ludwig Attersee, Bernard Aubertin, ONA B., Anna-Maria Bogner, Tony Cragg, Canan Dagdelen, Gunter Damisch, Oliver Dorfer, Manfred Erjautz, Tone Fink, Karl Anton Fleck, Adolf Frohner, Jakob Gasteiger, Tibor Gáyor, Franz Graf, Helmuth Gsöllpointner, Erwin Heerich, Wolfgang Hollegha, Hildegard Joos, Peter Krawagna, Suse Krawagna, richard kriesche, Hans Kupelwieser, Edit Lajos, Maria Lassnig, Franz Lerch, Markus Lüpertz, Gottfried Mairwöger, Dóra Maurer, Jürgen Messensee, Josef Mikl, Hannes Mlenek, Gerhardt Moswitzer, Zoran Music, Heribert Nothnagel, Ingo Nussbaumer, Franz Xaver Ölzant, Josef Pillhofer, Markus Prachensky, Norbert Pümpel, Gerwald Rockenschaub, Robert, Schaberl, Hubert Scheibl, Eva Schlegel, Walter Schmögner, Martin Schnur, Klaus J. Schoen, ManfreDu SCHU, Zbyněk Sekal, Peter Sengl, David Smyth, Fritz Steinkellner, Wolfgang Stifter, Esther Stocker, Helmut Swoboda, Walter Vopava, Manfred Wakolbinger, Wolfgang Walkensteiner, Walter Weer, Max Weiler, Turi Werkner, Markus Wilfling, Fritz Wotruba und Erwin Wurm.


Sonderausstellungen

Alte Freunde: Josef Mikl 

Auf die Personale zu Drago j. Prelog zu Beginn der Saison 2016 und die Ausstellung „Hans Staudacher ∙ Lyrisches Informel“ folgt eine von Artur Rosenauer und Peter Liaunig zusammengestellte Retrospektive zu Josef Mikl (1929-2008).

Josef Mikl zählt zusammen mit Hollegha, Prachensky und Rainer zu den Pionieren der Nachkriegsmalerei in Österreich. Obwohl die Ausstellung nur einen Bruchteil der Werke Mikls zeigt, vermittelt sie dennoch ein umfassendes Bild vom Schaffen des Künstlers. Die gezeigten Werke stammen aus der Sammlung Liaunig und aus dem Nachlass des Künstlers. Jede der beiden Sammlungen wäre geeignet, einen repräsentativen Einblick in die Entwicklung des Künstlers zu geben. Ihr Zusammentreffen ist ein Glücksfall. Von seinen allerersten Anfängen – die früheste erhaltene Arbeit Mikls ist die Zeichnung mit dem Kopf eines Schulkollegen von 1946 – bis zu seinen späten Werken ist das Schaffen Mikls hier präsentiert. Es umfasst den imponierenden Zeitraum von nahezu 60 Jahren. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit einem Text von Artur Rosenauer. 


Alte Freunde: Hans Staudacher

Die Position, die Hans Staudacher im Kunstgeschehen nach 1945/50 mit seinen größtenteils dem Lyrischen Informel zugehörigen abstrakten Arbeiten einnimmt, ist singulär. In allen Techniken der Malerei, Graphik, Collage und Druckgraphik bestens verankert, geht es dem seit 1950 in Wien lebenden Künstler, um die fortlaufende Aktivierung des Bildgeschehens. Sein improvisationsfreudiger Stil auf Basis spontaner, gestisch geprägter, handschriftlicher Formelemente und Kürzel beweist nicht nur Einfallsreichtum und Reaktionsschnelle im bildnerischen Vollzug, sondern vor allem das stets anzutreffende, präzise graphische Kalkül des Malers, dem man Rhythmus und Musikalität ebenso wie Sinnlichkeit und fallweise Ironie anmerkt. 

Neben charakteristischen Werken aus der Sammlung Liaunig konnten für die Ausstellung Gouachen sowie Gemälde des Künstlers als Leihgaben gewonnen werden. Sie vermitteln charakteristische Einblicke in Staudachers maßgebende Werkabschnitte und bilden dank vieler, um 1960 entstandener Hauptwerke, ein auf das Lyrische Informel konzentriertes Schlüsselerlebnis in der Begegnung mit dem Künstler. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog.


Alte Freunde: Drago j. Prelog

Im dreieckigen Sonderausstellungsraum werden im Rahmen der Ausstellungsserie „Alte Freunde“ erstmals unter der Saison wechselnde Retrospektiven zu Künstlern gezeigt, die mit Herbert Liaunig seit Beginn seiner Sammlungstätigkeit vor über 50 Jahren freundschaftlich verbunden sind bzw. waren. Die Reihe startete mit Drago j. Prelog, der Eva und Herbert Liaunig in den 1960er-Jahren kennen-lernte und ihnen durch seine Verbindungen den Zugang zu vielen Künstlern im Umfeld der Wiener Galerien „Zum roten Apfel“ und „Nächst St. Stephan“ eröffnete. Die zu dieser Zeit entstandenen Freundschaften markieren die Anfänge und bilden die Basis der Sammlung Liaunig: Österreichische Kunst der Gegenwart, die Herbert Liaunig bereits während seiner Studienzeit zu sammeln begann. 

In der Sammlung finden sich zentrale Arbeiten aus vier eigenständigen Werksphasen des 1939 in Celje, Slowenien geborenen und in der Obersteiermark aufgewachsenen Drago j. Prelog. Die von Peter Liaunig kuratierte Ausstellung zeigt anhand ausgewählter Werke die große Vielfalt und die evidenten Entwicklungssprünge im vielschichtigen zeichnerischen, malerischen und auch druckgrafischen Œuvre des Künstlers auf.





2015   


Im Wiedereröffnungsjahr nach der Museumserweiterung erwarten den Besucher fünf Ausstellungen: Unter dem Titel "WIRKLICHKEITEN" werden Arbeiten von Wolfgang Herzig, Martha Jungwirth, Kurt Kocherscheidt, Peter Pongratz, Franz Ringel und Robert Zeppel-Sperl gezeigt, zudem ist dem Iren Sean Scully eine Schau gewidmet. Als Kontrastprogramm zur zeitgenössischen Kunst versteht sich die historischen Sammlungen dekorierter Gläser, Portraitminiaturen und das "Gold der Akan". 

In die mehrfach ausgezeichnete, von Sichtbeton, Stahl und Glas beherrschte "querkraft"-Architektur wurde nach erfolgtem Umbau eine weitere künstlerische Intervention gesetzt: Als Gegenpunkt zur Lichtinstallation von Brigitte Kowanz im Abgang zum unterirdischen Kubus der Gold-Sammlung, gestaltete Esther Stocker den Gang zur Glas- und Portraitminiaturen-Sammlung. Über diesen Verbindungsgang erreicht der Besucher auch das eindrucksvolle runde Skulpturendepot, das erstmals zugänglich ist.





Hauptausstellung

WIRKLICHKEITEN. Malerei gegen den Strich

Der 160 m lange und 13 m breite Hauptausstellungstrakt des Museums bildet zusammen mit dem Grafiktrakt die Ausstellungsfläche für die bisher umfassendste Präsentation der Künstlergruppierung WIRKLICHKEITEN.

Die sechs Künstler - Wolfgang Herzig, Martha Jungwirth, Kurt Kocherscheidt, Peter Pongratz, Franz Ringel und Robert Zeppel-Sperl - wurden erstmals 1968 im Rahmen einer von Otto Breicha in der Wiener Secession gezeigten Schau gemeinsam ausgestellt, die sich als Gegenposition zur damals in Wien dominierenden „Wiener Schule des phantastischen Realismus“ einerseits und zu den „Abstrakten“ rund um Otto Mauer andererseits verstand.

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Katalog begleitet.





Sonderausstellung

Sean Scully - Malerei als Weltaneignung

Mit einer großen Ausstellung von Sean Scully eröffnete das Museum Liaunig den vor kurzem fertig gestellten, dreieckig konzipierten Raum für Sonderausstellungen.

Sean Scully, 1945 in Dublin geboren, zählt heute weltweit zu den führenden Exponenten einer absoluten, entscheidend durch die Farbe geprägten nonfigurativen Malerei. Den einfachen geometrischen Grundelementen seiner aus Rechtecken, Quadraten und balkenähnlichen Streifen zusammengesetzten Bilder liegt eine stark emotional begründete, ebenso intensive wie differenzierte pastose Malweise zugrunde.

Ein großformatiger Katalog dokumentiert die von Peter Baum kuratierte Ausstellung "Sean Scully - Malerei als Weltaneignung".





Historische Sammlungspräsentationen

Das Gold der Akan

Die künstlerisch und ethnologisch einzigartige Sammlung afrikanischen Goldes, die bereits in den vergangenen Jahren die Besucher begeisterte, versteht sich neben den zwei neuen historischen Sammlungen der dekorierten Gläser und Portraitminiaturen als Kontrapunkt zur zeitgenössischen Kunst.  

Die wertvollen Exponate, die überwiegend aus dem 19. und 20. Jahrhundert stammen, bilden eine der weltweit größten und wichtigsten Sammlungen dieser Art. Die attraktiv inszenierte Dauerausstellung "Gold der Akan" zeigt rund 600 Schmuck- und Kultobjekte der westafrikanischen Akan-Stämme und wird auch heuer wieder in dem in dunklem Blau gehaltenen Kubus mit punktuell beleuchteter Vitrinenlandschaft und einsehbarer Schatzkammer zu sehen sein.

Doran H. Ross und Georg Eisner arbeiteten die Sammlung in dem 2008 veröffentlichten Katalog "Gold der Akan" wissenschaftlich auf.   


Gläser von 1500-1850

Die Erweiterung des Museums erlaubt es, die in einer großzügigen Vitrinenlandschaft untergebrachte Glassammlung in einem eigens dafür konzipierten unterirdischen Raum zu präsentieren.

Die ausgestellten Gläser geben einen repräsentativen Überblick über die europäische Glaskunst von den Anfängen in Venedig um 1500 bis zu den Tagen des Wiener Kongresses. Die Ausstellung zeigt, wie vielfältig und innovativ das Material Glas gestaltet werden kann. Raritäten wie Teile des päpstlichen Services um 1513, Haller und Innsbrucker Gläser dieser Zeit, genauso wie die „Lehmann“-Scheibe mit Europa am Stier, die 20 Jahre als Leihgabe im British Museum war, sind vertreten. Darüberhinaus sind die berühmtesten Glasschneider der Barockzeit und des frühen Biedermeier mit ihren Arbeiten zu bewundern. 

Die Sammlungspräsentation wird von einem Katalog begleitet. 




Portraitminiaturen von 1590-1890

Von den derzeit fast 300 Miniaturen der Sammlung Liaunig wird dank modernster Museumstechnik eine repräsentative Auswahl von 100 zwischen 1590 und 1890 in Europa entstandenen Stücken in einer großzügig angelegten Vitrinenlandschaft gezeigt. Die Schau gibt Einblick in die Geschichte und Technik dieser mit Entwicklung der Fotografie im 19. Jahrhundert langsam untergegangenen Kunstgattung der gemalten Bildnisse kleinster und allerkleinster Größenordnung.

Der Bogen der präsentierten Exponate spannt sich vom Elisabethanischen Zeitalter mit Hilliard über Cooper, Smart und Cosway bis hin zum frühen 19. Jahrhundert.  Kontinentale Schulen umfassen Meisterwerke von Petitot, Liotard, Füger, Isabey und Daffinger, dem bekanntesten Miniaturmaler des Wiener Biedermeiers.  

Die Sammlung wurde in einem reich bebilderten Katalog von Dr. Bodo Hofstetter wissenschaftlich aufgearbeitet. 






2014  


Museumserweiterung

Mit Saisonschluss 2013 starteten die Umbauarbeiten zur Erweiterung des Museums – wieder unter der bewährten Federführung des Wiener Architekturbüros „querkraft“. 

Aufgrund der Erweiterungsarbeiten blieb das Museum Liaunig 2014 geschlossen. 












2013    


Von der Fläche zum Raum

Von Bauwerken, Skulpturen und Plastiken, von gestalteten Flächen und geformten Volumen erzählt die aktuelle Kunstschau im Museum Liaunig. Unter dem Motto "Von der Fläche zum Raum" werden Skulpturen, Malerei und Architektur gezeigt. Von Abraham über Gironcoli bis Wotruba reicht das Who-is-who der österreichischen Bildhauer- und Architekturszene, die maßgeblich das 20. Jahrhundert bestimmte. Aber auch viele Schüler der prominenten Vorbilder, Künstler der Nachfolgegenerationen wie Manfred Erjautz oder Wolfgang Becksteiner, Elmar Trenkwalder mit seinen monumentalen Keramikplastiken oder Peter Dörflinger mit seinen organisch wirkenden Arbeiten sind in dem 160 Meter langen Ausstellungsraum zu sehen. Ergänzt mit malerischen Umsetzungen des Themas (z.B. durch Maria Lassnig, Robert Motherwell, Alfons Schilling oder Markus Prachensky und Arnulf Rainer) bietet die Schau so ein spannendes Wechselspiel zwischen "Fläche und Raum".

Architektur pur: Von Luftschlössern, Elfenbeintürmen und Wunderkammern, von realisierten Projekten des Hausherren Herbert Liaunig und Visionen gebliebenen Plänen seiner bevorzugten Architekten handelt dann die kleine, aber feine Extra-Schau, in der sich Skizzen, Modelle und Fotos von Architekten wie querkraft, Coop Himmelb(l)au, von Hans Hollein, Gustav Peichl und Günther Domenig bis zu Zaha Hadid u.a.m. finden. 




2012     


Realität und Abstraktion 2

Konkrete und reduktive Tendenzen ab 1980

Das Ziel des Sammlers Herbert Liaunig und seiner kunstinteressierten Familie, die in mehr als vierzig Jahren aufgebaute, auf Malerei, Plastik und unikate Papierarbeiten konzentrierte Kunstsammlung in wichtigen Arbeiten und wesentlichen Werkblöcken der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und damit das erstaunliche Potenzial österreichischer Gegenwartskunst zu verdeutlichen, findet heuer mit der Schau "Realität und Abstraktion 2" ihren vorläufigen Abschluss.

Begleitet von einem profunden, reich illustrierten Katalogbuch (Redaktion Silvie Aigner), der vierten Publikation dieser Reihe, zeigt der aktuelle Museumsquerschnitt nicht weniger als 200, zu einem beträchtlichen Teil der Konkreten Kunst, Geometrischen Abstraktion, dem Minimalismus und der monochromen Malerei zugehörige Werke.






2011  


Realität und Abstraktion 1

Figurative und expressive Konzepte
von 1980 bis heute

Im Anschluss an die im Vorjahr gezeigte Auswahl von Arbeiten der Sammlung Liaunig steht 2011 und 2012 die Kunst von 1980 bis heute im Fokus einer umfangreichen Präsentation im Museum Liaunig.

Die in zwei Teilen gezeigte Ausstellung stellt unter dem Titel "Realität und Abstraktion" wesentliche Aspekte der österreichischen Gegenwartskunst in den Mittelpunkt, ergänzt durch Beispiele internationaler Künstler und Künstlerinnen.

Teil 1 präsentiert ab Mai 2011 expressiv-gestische Tendenzen in der Malerei, Skulptur und Grafik. Teil II wird sich im nächsten Jahr vor allem mit konkreten und reduktiven Positionen beschäftigen.

Zur Ausstellung erscheint ein 212 Seiten starker, reich illustrierter Katalog mit einem einführenden Text von Peter Baum. 




2010


Tradition und Avantgarde

Kunst in Österreich 1945–1980 

Die viel beachtete Eröffnungsschau, die einen Querschnitt durch die Highlights der Sammlung Liaunig präsentierte, erfährt jetzt eine präzisierende Ergänzung. Mehr als 350 Exponate aus den Sammlungsbeständen verdeutlichen Potenzial und Spannweite des kulturellen Neubeginns im Österreich nach 1945.

In kunsthistorisch relevante Kapitel gegliedert, werden dabei gleichzeitig individuelle Spezifika führender österreichischer Maler, Zeichner, Bildhauer und Objektkünstler betont. Gezeigt werden u.a. Arbeiten von Boeckl, Wotruba, Fronius, Fleck, Ringel, Hollegha, Rainer und Gironcoli. Das visuelle Konzept der von Tageslicht dominierten Ausstellung forciert einen anregenden, großzügigen Gesamteindruck: ein spannender Parcours voller Gemeinsamkeiten und künstlerischer Kontraste mit Hinweisen auf eine vor allem in den 1960er Jahren expandierende Kunstszene.

Zur Ausstellung erscheint ein 160 Seiten starker, reich illustrierter Katalog mit einem einführenden Text von Peter Baum.




2008 / 2009


Am 29. August 2008 wird im Kärntner Neuhaus/Suha das Privatmuseum des Industriellen und Kunstsammlers Dkfm. Herbert Liaunig durch Bundespräsident
Dr. Heinz Fischer eröffnet.

Das neue Museum zeigt auf einer Ausstellungsfläche von rund 3200 m² (große Ausstellungshalle, Graphikraum und Schaudepot) eine Auswahl aus der umfangreichen Sammlung zeitgenössischer Kunst sowie - als herausfordernden Kontrapunkt zur Moderne - die künstlerisch und ethnologisch einzigartige Sammlung afrikanischen Goldes, die in einem eigens dafür entwickelten Annex unter der Erde (350 m²) besichtigt werden kann.

Hauptausstellung

Im großen Schauraum in zehn zusammenhängende Werkgruppen verteilt, liegen die Schwerpunkte der ersten Museumspräsentation für 2008/09 bei Geometrischer Abstraktion und Op Art (Marc Adrian, Helga Philipp, Richard Kriesche, Hermann J. Painitz, Joos+Joos), dem erweiterten Kreis um die Galerie St. Stephan (Rainer, Mikl, Prachensky, Hollegha, Staudacher, Bischoffshausen), den Vertretern einer "reinen", zum Meditativen neigenden Malerei wie Bohatsch, Swoboda, Stanzl, Gasteiger oder Hikade, und den "Neuen Wilden", die u.a. mit Großformaten von Anzinger, Damisch, Schmalix, Klinkan und Mosbacher vertreten sind. Repräsentativ in der Aufstellung berücksichtigt finden sich Einzelgänger wie Nitsch und Gironcoli, Tony Cragg, Gerhard Moswitzer, die Salzburgerin Julie Hayward oder die beiden Kärntner Meina Schellander und Cornelius Kolig. Die weitgehend praktizierte "Durchmischung" von Malerei und Plastik konfrontiert mit charakteristischen Arbeiten wichtiger österreichischer Bildhauer, beginnend bei Wotruba, Avramidis, Bertoni, Hoflehner, Urteil und Prantl über Eder, Goeschl, Pillhofer, Reiter, Nakajima und Oswald Stimm bis hin zu Erwin Wurm.

Im Graphiktrakt, in dem kombiniert mit Bildhauerzeichnungen auch viele der kleineren Plastiken zu sehen sind, dominieren die führenden österreichischen Zeichner nach 1945: Absolon und Moldovan, Hradil und Fleck, Brus und Pichler. Objekte von Fink, Panzer und Schmögner bilden Kontrapunkte dazu.

Sammlung Gold der Akan

Durch einen mit einer Lichtinstallation von Brigitte Kowanz ausgestatteten schmalen Gang vom Hauptraum aus zugänglich ist der unter der Erde gelegene, in dunklem Blau gehaltene Kubus für die Dauerausstellung "Gold der Akan". In einer punktuell beleuchteten Vitrinenlandschaft mit einsehbarer Schatzkammer beherbergt er nahezu 600 Objekte afrikanischen Goldes. Die in ihrem formalen Reichtum und der Expressivität ihres Ausdrucks überzeugenden Objekte sind historisch und künstlerisch bedeutende Zeugnisse verschiedener Stämme aus Ghana, wie der Baule, Ashanti oder Fante.